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Keine Antibiotika-Resistenz auf den Acker

von Redaktion (Kommentare: 0)


"Die Lebensmittelbehörde der Europäischen Union (EFSA) darf sich in ihren Unbedenklichkeitserklärungen zur Zulassung gentechnisch veränderter Pflanzen für den Anbau nicht über ernsthafte und wissenschaftlich begründbare Bedenken hinwegsetzen. Damit verspielt sie das Vertrauen der Verbraucherinnen und Verbraucher in Lebensmittelsicherheit und Politik!" kritisiert Friedrich Wilhelm Graefe zu Baringdorf, stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung im EU Parlament.

 

"Das Zulassungsverfahren für die gentechnisch veränderte Stärkekartoffel Amflora der Firma BASF war Anfang des Jahres ausgesetzt worden. Die Kartoffel ist gegen die Antibiotika Kanamycin und Neomycin resistent. Diese Tatsache stieß auf Kritik in der Öffentlichkeit. Dadurch wurde die Europäische Kommission veranlasst, eine Stellungnahme der europäischen Arzneimittelagentur EMEA anzufordern. Die EMEA sollte die Risiken beurteilen, die vom Vorhandensein dieser Resistenz-Gene ausgehen können." so Graefe zu Baringdorf.  "Die EMEA hat im März bestätigt, dass die beiden Antibiotika eine wichtige Rolle in humanmedizinischen Therapien spielen. Die Verbreitung von Resistenzen gegen Antibiotika gefährdet die Wirksamkeit dieser Medikamente. Die Lebensmittelbehörde EFSA, der es obliegt, GVO in Zulassungsverfahren zu beurteilen, hat trotzdem die GVO-Kartoffel erneut für unbedenklich erklärt. Sie empfiehlt der EU-Kommission, die Kartoffel auch für den Anbau zuzulassen. Die kritische Stellungnahme der EMEA konnte die Verantwortlichen der EFSA nicht beeindrucken."

 

"Gene für Antibiotika-Resistenz freizusetzen ist ein unnötiges Spiel mit dem Feuer. Zudem würde die EU mit dieser Zulassung eine zweifelhafte Vorreiter-Rolle einnehmen: Zurzeit gibt es weltweit keinen großflächigen Anbau von Gentech-Kartoffeln.  In den USA scheiterte die Markteinführung einer GVO-Kartoffel daran, dass die Chips-Bäcker diese Kartoffeln schlicht nicht einsetzen wollten. Auch bei uns lehnt die Stärkeindustrie den Einsatz der Kartoffel im Lebensmittelbereich ab. Das Risiko ist ihnen zu hoch", ergänzt Graefe zu Baringdorf, Europaabgeordneter für Bündnis 90/Die Grünen. "Die Aussage der Gentech-Industrie, dass bei Kartoffeln keine Koexistenzprobleme aufträten, entspricht nicht der praktischen Erfahrung. Bei der Ernte bleiben zahlreiche Kartoffeln im Boden. Im nächsten Jahr können daraus neue Pflanzen wachsen. Durch Erntemaschinen werden Kartoffeln auf Nachbarfelder verbracht und können deren Ernte kontaminieren. Für alle Bäuerinnen und Bauern, die weiter eine gentechnikfreie Landwirtschaft betreiben wollen, ist das eine Bedrohung."

 

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