Anzeige

organic-market.info | Mediadaten | Impressum | Datenschutz

Kein Monsanto-Mais in Österreich und Ungarn

von Redaktion (Kommentare: 0)


Mit 282 (von 345, erforderliche 2/3 Mehrheit: 255) Stimmen hat der Umweltministerrat den Antrag der EU-Kommission, die Anbauverbote für Monsanto's Gentechnik-Mais Mon 810 in Österreich und Ungarn zwangsweise aufzuheben abgelehnt. Nur Großbritannien, Schweden, Niederlande und Finnland haben für den Kommissionsantrag gestimmt, alle anderen 23 Länder dagegen! Als nächstes stehen die Verbote in Frankreich und Griechenland und dann die Zulassungen der neuen Gentechnik-Sorten auf der Tagesordnung – die Mobilisierung geht weiter, so Benedikt Haerlin, Zukunftsstiftung Landwirtschaft.

Für Rudi Vierbauch, Obmann von Bio Austria, ist die Bestätigung des österreichischen Anbauverbotes ein demokratie- und agrarpolitischer Meilenstein in der EU. "Die Gentechnik hat in der Landwirtschaft nichts zu suchen. Sie verursacht viele Probleme, kann aber keine Lösungen beisteuern. Europa kann Ernährungssicherheit für seine BürgerInnen auch ohne Gentechnik sicherstellen. Der heutige Beschluss im Umweltministerrat gibt Hoffnung auf eine grundlegende Wende in der Ausrichtung der Landwirtschaftspolitik der EU. Die bisherige Linie in Richtung Gentechnik-Zwangsbeglückung muss endgültig als gescheitert betrachtet werden. Nun ist es höchste Zeit, endlich das Recht auf Selbstbestimmung Gentechnik-freier Regionen im EU-Recht zu verankern", so Rudi Vierbauch in einer ersten Reaktion.

Mit großer Freude hat auch Sepp Brunnbauer, Geschäftsführer des ökologischen Anbauverbandes Biokreis die Entscheidung des Rates der Umweltminister der EU aufgenommen: Die Anträge der EU-Kommission, mit denen Österreich und Ungarn untersagt werden sollte, nationale Regelungen zum Verbot des Anbaus von gentechnisch verändertem Mais zu treffen, sind mit qualifizierter Mehrheit abgelehnt worden. Umweltminister Sigmar Gabriel begründete seine Ablehnung mit den Worten: „ich kann den gesellschaftlichen Mehrwert der Genprodukte von Monsanto nicht erkennen“ sowie „dass diese Firma ein Produkt hat, bei dem sie Landwirte in Abhängigkeit zwingt, scheint mir auf der Hand zu liegen.“

„Damit ist die Kommission zum dritten Mal mit ihrem unsäglichen Versuch gescheitert, ein nationales Anbauverbot zu kippen, das durch wissenschaftliche Erkenntnisse gut begründet ist.“ sagte Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des BÖLW. „Wir freuen uns, dass Umweltminister Sigmar Gabriel auch die Stimme Deutschlands gegen den Kommissionsantrag eingesetzt hat.“ Dies sei eine richtige Entscheidung im Interesse der Umwelt, der Landwirte und der Verbraucher. „Landwirtschaftministerin Ilse Aigner muss jetzt mit ihrer Ankündigung Ernst machen und die nötigen Schritte zum Verbot des Anbaus von MON 810 auch in Deutschland unternehmen.“, forderte Löwenstein.

Bioland begrüßt die Entscheidung ebenfalls. Für Thomas Dosch, Präsident von Bioland Deutschland, ist die Stützung der nationalen Anbauverbote eine Richtungsentscheidung für mehr Demokratie und ein agrarpolitischer Meilenstein in der EU. „Umweltminister Gabriel ist der hohen Verantwortung Deutschlands bei dieser historischen Richtungsentscheidung nachgekommen und hat im Interesse der Verbraucher und der Landwirte in Europa gestimmt.

Zurück

Uns interessiert Ihre Meinung. Schreiben Sie hier Ihren Kommentar zum Thema!



Jetzt teilen

Anmeldung
Newsletter

Anzeige

Anzeige