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Kein Grund zur Panik: Dioxin in Freilandeiern

von Redaktion (Kommentare: 0)


Freilandeier können, je nach Herkunftsort, überhöhte Dioxinmengen enthalten. Dies ist seit langem bekannt. Das Umweltgift wird hauptsächlich beim Aufpicken belasteter Bodenpartikel aufgenommen. Seit dem 1. Januar 2005 gibt es einen verbindlichen EU-Grenzwert für den Dioxin-Gehalt in Hühnereiern. Kürzlich wurden in Freiland-Eiern überhöhte Mengen des als Krebs erregend geltenden Giftes gefunden. Die Meldung ging durch alle Medien und sorgte für Verängstigung und Verunsicherung bei den Verbrauchern. Ausgerechnet Eier aus biologischer Erzeugung kommen in Verruf. Wie immer in solchen Fällen melden sich die politischen Gegner (und Befürworter der Käfighaltung) der Grünen-Verbraucherministerin Renate Künast zu Wort. Der Beweis, dass die Eier aus dem Käfig gesünder sind, steht noch aus, vielmehr gibt es Untersuchungen, die das Gegenteil zeigen.

Der BÖLW verurteilt in einer ersten Stellungnahme die "reißerische Weise und sachlich nicht zu rechtfertigende Aufmachung" mittels der die "BILD am Sonntag" erhebliche Unsicherheit in die Öffentlichkeit gebracht habe. Der Ökobranche seien bislang keine alarmierenden Daten bekannt gewesen. Die Schlagzeilen der vergangenen Tage relativiert der BÖLW mit folgender Information:

"Wie das BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) auf seiner Homepage (http://www.bvl.bund.de) feststellt, wird dies von den Dioxin-Monitoring-Daten der Jahre 1999-2003 bestätigt. Die Daten von 2004 wurden von den Ländern noch nicht an den Bund gemeldet. Die Tabelle zeigt, dass in dieser Zeit in ähnlicher Weise auch Käfig-Eier Dioxin-Belastungen aufwiesen, während es überhaupt keine Öko-Eier mit Belastungen über dem neuen Grenzwert gab".

(Tabelle zum Vergrößern bitte anklicken)






Der Verband schließt nicht völlig aus, dass auch einmal Öko-Betriebe betroffen sein können und setzt auf weitere Maßnahmen zur Eindämmung des Schadstoffes bei seiner Entstehung. "Es müssen aus diesem Grund weiter Proben gezogen werden, um Informationen über mögliche Belastungen und z.B. über räumliche Häufungen zu erhalten. Es wäre jedoch völlig überzogen und in keiner Weise dem Risiko angemessen, jetzt eine flächendeckende Beprobung aller Ställe vorzunehmen".

Der Vorstand des BÖLW Dr. Felix Prinz zu Löwenstein und Geschäftsführer Dr. Alexander Gerber appellieren an die Käufer von Bioprodukten, "nicht einer Stimmung Vorschub zu leisten, die - möglicherweise sogar politisch motiviert - den Rückschritt zu tierquälerischen Haltungsformen erzwingen möchte". Abschließend heißt es im Rundschreiben: "Wer Produkte aus ökologischem Landbau kauft, tut damit nicht nur sich selbst Gutes, sondern fördert eine Landwirtschaft, die gerade nicht zur weiteren Entstehung von Umweltbelastungen beiträgt und die ihre Nutztiere mit dem Respekt vor unseren Mit-Geschöpfen behandelt".

Verbraucherministerin Renate Künast hat die Behauptung zurückgewiesen, die Eier von Käfig-Hühnern seien weniger mit Krebs erregendem Dioxin belastet als diejenigen von Freiland-Hühnern. Dies zeigten Untersuchungsdaten des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, sagte Künast. Wenn es um Lebensmittelsicherheit gehe, könne nicht zwischen Haltungsformen unterschieden werden. Entgegengesetzte Behauptungen bezeichnete Künast als "arglistige Täuschung interessierter Kreise".

Die Verbraucherzentralen und das Bundesamt für Risikoforschung haben bereits vor übertriebener Panik gewarnt. Die meisten Freilandeier weisen keine überhöhten Dioxinwerte auf. Es bestehe aktuell keine akute Gesundheitsgefährdung. In einzelnen Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen oder Hessen wurden gar keine Dioxin-Rückstände in Eiern gefunden.

Für die Naturkostbranche stellt der BNN klar: "Bei einem gemäßigten Eierkonsum, wie er bei Bio-Kunden üblich ist, besteht kein Grund zur Besorgnis". Nach Auskunft des BNN Herstellung und Handel will der Naturkost-Großhandel schnellstmöglich Eierproben auf Dioxin untersuchen lassen.

Die Erzeugergemeinschaft CW Öko Ei (http://www.diebiohennen.de) wird auf Grund der aktuellen Lage nochmals in Stichproben die Bio-Eier der angeschlossenen Betriebe prüfen. Die Erzeugergemeinschaft übt scharfe Kritik an den jetzt wieder laut werdenden Stimmen, die die Käfighaltung als "sicher" propagieren. "Fakt ist", heißt es in einem Rundschreiben, "dass nach der neuen EU-weiten Regelung drei Pikogramm Dioxin pro Gramm Fett, also drei Billionstel Gramm, als Grenzwert gelten. Dieser Grenzwert wurde z.B. in Bayern in den vergangenen Jahren nur drei Mal bei insgesamt 47 Eierproben überschritten. Das sind alles Werte, die in keinem Fall gegen eine alternative Haltungsart sprechen. Noch dazu, da durch die neuen Grenzwerte, verstärkte Kontrollen und letztendlich die Rücknahme belasteter Eier dem Verbraucher eine größtmögliche Sicherheit geboten wird". Die CW Öko Ei hat seit Bestehen Kontrollen auf Umweltgifte durchgeführt und schließt nach den bislang vorliegenden Ergebnissen eine Belastung mit Dioxin aus.

(18.01.05)

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