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Illegaler Gen-Reis

von Redaktion (Kommentare: 0)


Der bei Aldi Nord erhältliche Langkornreis der Marke Bon-Ri enthält nach Untersuchungen im Auftrag von Greenpeace illegalen, genmanipulierten Reis aus den USA. Der Hersteller, die Reiskontor Handels GmbH, ist eine Tochterfirma der Euryza GmbH, die die Reismarken Oryza und Reis-Fit vertreibt. Die Laboranalysen haben eine Verunreinigung mit dem Gen-Reis Liberty Link (LL) der Bayer AG ergeben. Sehr wahrscheinlich handelt es sich um den Gen-Reis LLRice 601, der in keinem Land für den menschlichen Verzehr zugelassen ist und nicht abschließend auf Gefahren für Gesundheit und Umwelt getestet wurde. Die US-Behörden haben die Europäische Union am 18. August 2006 über die gentechnische Verunreinigungen von Reis in den USA mit LLRice 601 informiert.

 

"Dieser Skandal zeigt, dass Konzerne wie die Bayer AG ihre Gen-Pflanzen nicht kontrollieren können oder kontrollieren wollen”, sagt Ulrike Brendel, Gentechnik-Expertin von Greenpeace." Greenpeace fordert, den Anbau von Gen-Pflanzen zu verbieten, um Landwirtschaft und Lebensmittel zu schützen.

 

Die gentechnische Verunreinigung von herkömmlichem Langkornreis mit LLRice 601 wurde bereits im Januar 2006 entdeckt. Die Bayer AG informierte die US-Behörden erst im Juli, die EU erst im August 2006. Seit 23. August darf Langkornreis aus den USA nur in die EU eingeführt werden, wenn er nachweislich nicht verunreinigt ist. Ein Viertel aller Reisimporte nach Deutschland stammen aus den USA. 2005 betrug die Liefermenge 55.526 Tonnen. Die japanische Regierung hat bereits am Samstag die Einfuhr von Langkornreis aus den USA verboten.

 

Dies ist der zweite Skandal von illegalem Gen-Reis in Lebensmitteln auf dem europäischen Markt innerhalb weniger Tage. Greenpeace hat am 5. September gentechnische Verunreinigungen in chinesischen Reisnudeln aufgedeckt. Die Reisnudeln wurden in Deutschland, Frankreich und Großbritannien verkauft. Es handelt sich um einen genmanipulierten Reis, der weltweit nicht zugelassen ist und in China illegal angebaut wurde. Er produziert einen Giftstoff, der im Verdacht steht, bei Menschen Allergien auszulösen. Weder die Gefahren für die menschliche Gesundheit noch für die Umwelt wurden umfassend getestet. Greenpeace hat die Verunreinigungen in fünf verschiedenen Marken von insgesamt 29 getesteten Reisprodukten aus China nachgewiesen. In Deutschland ist die Marke "Swallow Sailing” betroffen, die in Asia-Läden verkauft wird.


Anlässlich der Skandale erklärt die Europa-Abgeordnete Hiltrud Breyer (Bündnis 90/Die Grünen):

 

„Die Entscheidung der EU-Kommission, den Import von Langkornreis aus den USA von einer Zertifizierung abhängig zu machen war längst überfällig. Sowohl die EU- als auch die nationalen Kontroll-Systeme haben versagt.“ Breyer rief weiterhin dazu auf, die „großen Kontrolllücken“ zu schließen und offene Haftungsfragen zu lösen. „Die EU steht in der Pflicht, die Öffentlichkeit umgehend darüber zu informieren, wie die Sicherheit der Verbraucher gegenüber möglicherweise illegal auf den europäischen Markt gelangende gentechnisch veränderte Pflanzen garantiert werden kann“, betonte Breyer und fordert abschließend: „Die Bundesregierung, die sich im Moment um die Lockerung des Gentechnikgesetzes bemüht, muss diesen besorgniserregenden erneuten Skandal als Weckruf begreifen und umgehend Maßnahmen zur Aufdeckung von illegalen Importen treffen.“

 

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