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3. Internationales IG FÜR Symposium

von Redaktion (Kommentare: 0)


Die weltweite Verknappung von Grundnahrungsmitteln steht mit der Krise des gegenwärtigen Finanzsystems in einem unmittelbaren Zusammenhang. Sichtbarster Ausdruck hiervon sind Spekulationen mit Grundnahrungsmitteln, die den weltweiten Hunger schüren. Insbesondere drei Ebenen müssen angegangen werden, um langfristig eine gerechte und transparente Verteilung von (guten) Lebensmitteln zu ermöglichen:

1.) Neujustierung der Kapitalmärkte,
2.) Besinnung auf ein ethisches Wertesystem,
3.) Verabschiedung alter Besitzansprüche.

Diese gemeinsame Position unterstrichen die Experten aus Landwirtschaft, Herstellung, Handel, Finanzen, Wissenschaft und NGOs während des 3. Internationalen IG FÜR Symposiums (Bild), das Anfang März 2009 in Kronberg unter dem Thema „Werden gute Lebensmittel knapp?“ stattgefunden hat.

Den Königsweg zur gerechten und bezahlbaren Verteilung von Grundnahrungsmitteln und guten Lebensmitteln gibt es freilich nicht, doch stellten die Referenten des Symposiums Perspektiven und Diskussionsansätze auf mehreren, ineinander greifenden Ebenen vor.

Jakob von Uexküll, Gründer des World Future Councils, plädierte für eine „intelligente Verzichts-Diskussion“ und für ein weltweites Recht auf gute Nahrung. Thomas Jorberg (Bild), Vorstandssprecher der GLS Bank, betonte die Notwendigkeit eines grundsätzlichen Perspektivwechsels. Die Verantwortung von Politik aber auch von Landwirtschaftsverbänden betonte Georg Sedlmaier, Vorstandsvorsitzender der IG FÜR. Die Unvereinbarkeit von gegenwärtiger Landwirtschaftspolitik und Bekämpfung des Hungers unterstrich Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, Vorstand Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft. An die Unternehmen appellierte Prof. Dr. Markus Mau, Leiter Institut für Nachhaltiges Wirtschaften, Alanus Hochschule, die Bürger viel stärker über nachhaltiges Wirtschaften aufzuklären, ihnen so eine Chance für eine objektive Beurteilung von übergeordneter Nachhaltigkeit zu geben und damit die Grundlage für ein verändertes Bewusstsein zum ganzheitlichen Handeln zu schaffen. Der Handel reagiert sehr schnell auf die Wünsche des Verbrauchers“, sagte Dr. Horst Lang, Leiter Qualitätssicherung Globus SB Warenhaus Holding, zum Beispiel sei das Bedürfnis nach mehr Transparenz bei den Herstellungsverfahren immer deutlicher. Dieter Overath, Geschäftsführer Transfair e.V.,: „Der Ruf nach Transparenz, ethischem Handeln und Nachhaltigkeit wird immer lauter. Der Faire Handel macht es vor und dient der konventionellen Wirtschaft als Modell." Auch Helmy Abouleish, Geschäftsführer der Sekem Holding, Kairo, stellte mit der Sekem Initiative in Ägypten ein seit 31 Jahren erfolgreiches Modell für Entwicklungsländer vor, wie die Produktion gesunder Lebensmittel mit der Schaffung von Arbeitsplätzen, einer ökologischen Landwirtschaft, einem sozialen Netzwerk und wirtschaftlichem Erfolg verbunden werden kann.

Wolfgang Gutberlet, Vorstandsvorsitzender Tegut-Gutberlet Stiftung, fasste die Ergebnisse des Symposiums zusammen: „Der Zusammenhang zwischen der Verknappung von Lebensmitteln und der Finanzkrise ist offensichtlich. Nur wenn es Politik und Finanzwelt gemeinsam mit Landwirten, Herstellern und dem Handel gelingt einen Perspektivwechsel einzuleiten, können wir auch künftig einer immer breiteren Gruppe von Menschen gute Lebensmittel zur Verfügung stellen. Den stärksten Druck auf die Entscheidungsträger üben dabei die Verbraucher aus; dafür brauchen sie Unterstützung, wie zum Beispiel durch die IG FÜR.“

Die Interessengemeinschaft FÜR gesunde Lebensmittel e.V. (IG FÜR) setzt sich als unabhängige Organisation für den Erhalt gesunder Lebensmittel ein. Mitglieder sind Unternehmer und Unternehmen, Verbraucher und Organisationen.

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