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Herkunftskennzeichnung behindert Regionalität

von Redaktion (Kommentare: 0)


Die Aoel begrüßt, dass die Diskussion um die Herkunftskennzeichnung für ökologische Lebensmittel nochmals intensiv entbrannt ist. Die bereits verabschiedete neue Bioverordnung, die zum 1.1.2009 in Kraft tritt, sieht eine obligatorische Herkunftskennzeichnung für alle Bio-Produkte vor. Hiefür schreibt das Gesetz die Formulierungen „EU-Landwirtschaft“, „Nicht-EU-Landwirtschaft“ bzw. „EU-/Nicht-EU-Landwirtschaft“ vor. Stammen bei einem zusammengesetzten Bio-Produkt 98 % der landwirtschaftlichen Zutaten aus der EU, so ist das Lebensmittel mit „EU-Landwirtschaft“ zu kennzeichnen. Werden sie nur aus einem Land z. B. Deutschland bezogen, so kann die Bezeichnung „EU-Landwirtschaft“ auch durch das Herkunftsland ersetzt werden. Mit „EU-/Nicht-EU-Landwirtschaft“ muss jedoch gekennzeichnet werden, wenn mehr als 2 % der landwirtschaftlichen Zutaten aus Nicht-EU-Ländern bezogen werden.

 

Die Herkunftskennzeichnung nach der neuen EU-Öko-VO konterkariert nach Auffassung der AoeL die Bemühungen der Herstellungsunternehmen um Regionalität. Viele typische Lebensmittelprodukte, die überwiegend aus heimischer Landwirtschaft stammen, müssen dem Gesetz zufolge mit „EU-“ oder gar „EU-/Nicht-EU–Landwirtschaft“ gekennzeichnet werden. Zutaten wie Kräuter, Gewürze und Saaten stammen meist aus Nicht-EU-Ländern, sind aber oft mit mehr als 2 % im Lebensmittel vorhanden. Durch die neuen Regelungen kommt es zu absurden Kennzeichnungen. Künftig muss dann auf einer Rhöner Rindersalami neben dem regionalen Herkunftszeichen „Rhön – Bio“ die Zwangskennzeichnung „EU-/Nicht-EU-Landwirtschaft“ prangen! Der Fleischanteil der Rhöner Rindersalami stammt aus der Region – während die Gewürze, die mehr als 2 % ausmachen, nicht in der EU gewachsen sind.

 

„Der Verbraucher wird angesichts solcher Kennzeichnungen total verwirrt sein und in der Folge werden Hersteller möglicherweise auf freiwillige Herkunftskennzeichnungen für die Region verzichten“ so Dr. Alexander Beck. Die Frustration der Unternehmer ist groß wie bei Dr. Gernot Peppler, Rack & Rüther GmbH: „Wir kaufen unsere Hauptrohstoffe regional ein und müssen trotzdem mit EU-/Nicht-EU-Landwirtschaft kennzeichnen, das ist völliger Unsinn!“. Die AoeL fordert deshalb den Gesetzgeber auf, die so beschlossene Regel zu überdenken und deren Vollzug auszusetzen.

 

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