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Herbsttagung der AoeL

von Redaktion (Kommentare: 0)


"Wir stehen nicht vor der Wahl, ob wir für oder gegen die Bioenergieerzeugung sind, wir stehen vor der Entscheidung, ob wir es richtig oder falsch machen!" Auf der Herbsttagung der Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller (AoeL) am 12. und 13. November in Fulda bezog Dr. Hermann Scheer eindeutig Position in der Diskussion um nachwachsende Rohstoffe (die komplette Stellungnahme finden Sie hier). Thematisch befassten sich die AoeL Mitglieder auf ihrer Herbsttagung mit den Schwerpunkten nachhaltige Energieerzeugung und mit der Rolle der Landwirtschaft im Rahmen der Globalisierung. Neben Dr. Hermann Scheer, der den ersten Teil der Tagung bestritt, sprach im zweiten Teil Prof. Dr. Dr. Franz-Josef Radermacher.

 

"In der ersten Hälfte des Jahrhunderts kommt das Ende der fossilen Rohstoffe auf uns zu, die Zahl der erschöpften Ölquellen ist bereits höher als die der neu erschlossenen", so Hermann Scheer. Die Gefahr, dass die Landwirtschaft einen regelrechten "Industrialisierungsschub" erfährt, wie es Hermann Scheer nennt, und Großkonzerne die Preise diktieren, gilt es zu verhindern. Stattdessen muss es eine integrierte Form in der Landwirtschaft für Rohstoffe, Energie und Lebensmittel geben. Für die ökologische Landwirtschaft ergeben sich so ganz neue Chancen, vor allem Energiegewinnung und Lebensmittelanbau könnten Hand in Hand gehen. Um die Produktion für Lebensmittel, sowie für Energie und Rohstoffe in Balance zu halten, so Hermann Scheer, müsste die Landwirtschaftspolitik bei Bedarf regulierend eingreifen. Ein durchdachtes Konzept mache es z. B. möglich in fünf Jahren die Hälfte des hessischen Energiebedarfs durch erneuerbare Energie zu decken.

 

Mit den Auswirkungen von immer knapper werdenden fossilen Rohstoffen beschäftigte sich auch Prof. Dr. Dr. Franz-Josef Radermacher. Bis zum Jahr 2050 wird es rund 10 Milliarden Menschen geben. Diese Menschen werden Unmengen von Lebensmitteln und Energie verbrauchen, was zu massiven, globalen gesellschaftlichen Veränderungen führen wird. Zwar würde derzeit schon Biomasse produziert, um damit theoretisch 13 Milliarden Menschen zu ernähren, so Radermacher, aber diese produzierte Biomasse würde oft zur Fleischerzeugung verfüttert werden. Dieses Ungleichgewicht und die damit verbundene Verknappung führen zum globalen Zusammenbruch des Systems, zum Kollaps. Bei einer Balance, so Radermacher, würde es selbst bei 10 Milliarden Menschen weder Hunger noch ein Energieproblem geben. Hochwertige landwirtschaftliche Produkte hätten einen hohen Stellenwert und die Weltbevölkerung würde von selbst wieder abschmelzen. Die Werte würden sich verschieben, so Radermacher. Nicht mehr schnelle Autos und weite Reisen würden gesellschaftliche Anerkennung bedeuten. „Wohlstand wird entmaterialisiert. Kunst und Wissenschaft könnte diese Rolle übernehmen – limits to ressources, but no limits of brain and creativity“ so Radermacher.

 

 


 

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