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Gute Startbedingungen für den biologischen Landbau in Mazedonien

von Redaktion (Kommentare: 0)


Die Landwirtschaft ist noch immer ein Schlüsselfaktor für die mazedonische Wirtschaft. Der Landwirtschaftsanteil an der Gesamtwirtschaft (BSP) beträgt rund 11 % und rund 20 % der Arbeitsplätze sind in der Landwirtschaft zu finden. Charakteristisch sind die vielen kleinen extensiv wirtschaftenden Bauernhöfe. So besitzen 86 % aller Betriebe weniger als 3 ha. Der Anteil der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche an der Landesfläche beträgt 51 %. 577.000 ha sind Ackerland, 738.000 ha Grünland. Besonders hervorzuheben ist, dass die Hälfte des Ackerlandes über Bewässerungssysteme verfügt. Allerdings nur ein Viertel der Ackerflächen werden regelmäßig bewässert, da die Absatzmärkte für Agrarprodukte zurückgegangen sind und die Beregnungskosten steigen.


Bereits seit 1998 werden Projekte zur Förderung des Ökolandbaus umgesetzt. Seit 2003 existiert ein gemeinsames Projekt der nationalen Beratungsorganisation PROBIO GmbH mit dem Schweizer Forschungsinstitut für Biologischen Landbau (FiBL) in Kooperation mit dem Landwirtschaftsministerium und lokalen Verbänden in Mazedonien. Das Projekt wird gefördert von der Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) und setzt an sechs Ebenen an: Gesetzgebung, Aufbau von klaren Verbandsstrukturen, Ausbildung, Beratung, Zertifizierung und Vermarktung.


Im Bereich der Ökolandbau-Gesetzgebung und der Ökolandbauförderung ist Mazedonien bereits sehr weit fortgeschritten. Das 2004 verabschiedete Gesetz zum Ökologischen Landbau umfasst die Produktion von tierischen und pflanzlichen Produkten sowie deren Verarbeitung. Verordnungen zur Produktdeklarierung, Zertifizierung und Kontrolle sind in Vorbereitung.


Hauptprobleme des mazedonischen Biosektors sind die kleinen Strukturen und der bisher sehr geringe Produktionsumfang, die kaum eine wirtschaftliche Verarbeitung und Vermarktung zulassen. Deshalb haben sich bis jetzt kaum Lebensmittelhersteller gefunden, die Ökoprodukte herstellen.Bislang existiert ein leiner Bio-Wochenmarkt in der Hauptstadt Skopje, doch aufgrund der geringen Produktion gibt es kaum die Möglichkeit, ein kontinuierliches Angebot sicherzustellen.


Zurzeit gibt es acht Ökoverbände mit 150 Mitgliedsbetrieben, die sich innerhalb des nächsten Jahres zu einem einzigen Dachverband zusammenschließen wollen. Im September 2005 wurden 50 Betriebe mit 192 ha von der Balkan Biocert Kontrollstelle inspiziert und von der Schweizer Zertifizierungsstelle IMO zertifiziert. Diese Betriebe halten damit die internationalen Kriterien für die Bio-Landwirtschaft ein.


Für dieses Jahr haben sich ca. 100 Betriebe zur Kontrolle angemeldet. Die 50 zertifizierten Betriebe wurden 2005 mit staatlichen Direktzahlungen in Höhe von 1 Mio. Dinar, umgerechnet ca. 17.140 Euro gefördert. Produkte sind unter anderem Südfrüchte (Feigen, Kaki, Kiwis, Granatäpfel, Pfirsiche), Nüsse, Kartoffeln, Getreide (Reis, Roggen, Mais, Gerste), Honig, Sonnenblumen, Käse und Essig.

www.ekoconnect.org

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