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"Grüne" Gentechnik unterschiedlich bewertet

von Redaktion (Kommentare: 0)


Zeitnah vor Beginn der Verhandlungen im Vermittlungsausschuss hat die deutsche Biotechnologiebranche eine Neuauflage des Gentechnikgesetzes gefordert. "Das Gentechnik-Gesetz muss erneut novelliert werden", sagte Kai Bindseil, Chef der Berliner Marketing-Agentur Biotop, in Berlin. In einer gemeinsamen Erklärung kritisierten Vertreter von mehr als 20 Bio-Regionen aus ganz Deutschland, das Gesetz sei ein "Innovationskiller".

Die Biotech-Branche befürchtet, dass das Gesetz neue Technologien verhindert, und hofft auf Nachbesserungen. "Unter dem neuen Gesetz wird niemand Freisetzungsversuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen wagen", sagte Jens Katzek, Geschäftsführer von Bio Mitteldeutschland. Die Haftung sei zu einseitig geregelt und müsse "aufgebrochen" werden. Auch über das Standortregister müsse neu nachgedacht werden.

Im Nachbarland Schweiz dagegen ist ein Nebeneinander von Parzellen mit gentechfreien und genmanipulierten Pflanzen kaum realisierbar. Dies ist das Resultat einer Studie des FiBL, welche vom WWF Schweiz in Auftrag gegeben wurde. Wie Vertreter des FiBL und des WWF erklärten, wirtschaften in 85 % der Schweizer Gemeinden rund 17.700 Betriebe mit dem IP-Suisse-Label und rund 6.000 mit dem Bio-Suisse-Label.

In diesen Gemeinden würde der Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen zu großen Konflikten führen, da hier konventionelle und zertifizierte Bio-Betriebe nebeneinander wirtschaften. Aufgrund dieser Resultate fordert der WWF Schweiz, die Risiken der grünen Gentechnik besser zu erforschen, bevor gentechnisch veränderte Pflanzen freigesetzt würden.

Die "Koexistenz" könnte auch alle Bio-Labels grundsätzlich in Frage stellen. "Bio", "IP-Suisse" und andere Qualitätsiegel verlangen, dass die Lebensmittel gentechfrei sind. "Dies könnte dazu führen", so Christian Schlatter vom FiBL, "dass nur noch diejenigen Pflanzen ein Bio-Label tragen können, welche nicht auch als gentechnisch veränderte Pflanzen kultiviert werden." Entsprechend will der WWF Schweiz zusammen mit anderen Organisationen demnächst eine Aktion starten, bei der die erste gentechfreie Region der Schweiz gefunden werden soll. (06.10.04)

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