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Grenzwertpolitik des BMELV skandalös

von Redaktion (Kommentare: 0)


Hunderte Grenzwerte für Pestizide in Obst und Gemüse hat das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) in den Jahren 2004 bis 2006 angehoben. Nach einer neuen Untersuchung im Auftrag von Greenpeace sind die Steigerungen erheblich. Im Schnitt haben die Beamten die Grenzwerte um das 33fache erhöht. Gerade bei bekannten Pestizid-Spitzenreitern mit den meisten Überschreitungen, wie Tafeltrauben, Salaten, Kräuter oder Beeren, hob das Ministerium die Grenzwerte am stärksten an, jeweils um über das 500fache. Insgesamt wurden 404 gesetzliche Pestizidgrenzwerte geändert: 293 Mal (73 %) wurden die erlaubten Belastungsgrenzen erhöht. Nur in 111 Fällen (27 %) hat das Ministerium sie gesenkt.

 

Greenpeace fordert von Bundesverbraucherminister Horst Seehofer eine Kehrtwende in der Grenzwertpolitik. Vorbild könnten hier die Grenzwerte bei Babynahrung und Bio-Lebensmittel sein. Damit könnte ein besonders absurder Zustand beendet werden. Das Ministerium und die Lebensmittelüberwachung der Länder legten Grenzwerte oft fehlerhaft und zu hoch fest, bemängelt Greenpeace. Der Grund: Die Bundesbehörden versäumten es, die akute Giftigkeit (Akute Referenzdosis, ARfD) von Pestiziden zu berücksichtigen. Obwohl es gerade eine Einrichtung des Bundes ist, die diesen Wert bestimmt - das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zusammen mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Zudem wurde jeder fünfte Pestizidwirkstoff in Deutschland zugelassen, ohne dass das BMELV überhaupt einen Grenzwert für Lebensmittel festgelegt hat.

 

Ein weiteres erhebliches Problem: Die Lebensmittelüberwachung der Bundesländer ist bei der Kontrolle von Obst und  Gemüse auf Pestizide im Schnitt mangelhaft. Dies belegt der Greenpeace-Bericht "Pestizide außer Kontrolle II" aus dem Jahr 2006.

 

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