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Greenpeace protestiert gegen GVO

von Redaktion (Kommentare: 0)


Vor dem Staatsministerium Baden-Württembergs hat Greenpeace gegen die Falsch-Kennzeichnung von gentechnikfreiem Tierfutter durch die Ölmühle in Mannheim protestiert. Die Bunge Deutschland GmbH, Betreiberin der als gentechnikfrei zertifizierten Ölmühle, kennzeichnet unter Billigung der Kontrollbehörden den Großteil ihres gentechnikfreien Soja-Schrots fälschlich als genmanipuliert. So soll die gentechnikfreie Ware am Markt künstlich verknappt und verteuert werden.

Greenpeace fordert von den Behörden, für eine richtige Kennzeichnung der gentechnikfreien Ware zu sorgen. Zudem müssten alle Bundesländer prüfen, welche Firmen falsch kennzeichnen. Zwölf Proben Soja-Schrot, die Greenpeace vor der Ölmühle von Lkw-Ladungen genommen hatte, waren laut Lieferschein genmanipuliert. Aktuelle Labortests belegten jedoch, dass das Tierfutter gentechnikfrei ist. "Ministerpräsident Erwin Teufel darf diese Verbrauchertäuschung nicht durchgehen lassen", sagt Carmen Ulmen, Gentechniksprecherin von Greenpeace. "Die Futtermittelindustrie unterläuft die Kennzeichnungsgesetze. Damit gibt es für Landwirte und Verbraucher keine Transparenz und keine Wahlfreiheit.

Das für die Kontrolle der Ölmühle zuständige Regierungspräsidium Karlsruhe bestätigte gegenüber Greenpeace telefonisch, dass Bunge tatsächlich gentechnikfreie Ware als genmanipuliert verkaufe. Die Überwachungsbehörde in Stuttgart erklärte, dass daneben noch weitere Unternehmen falsch deklarierten. Nach Stichproben von Greenpeace kennzeichnet auch die Futtermittel-Firma Hemo (Heilbronn) ihr Futterschrot fälschlich als genmanipuliert. Bisher haben die Behörden nicht eingegriffen. Die Behörde in Karlsruhe hat allerdings gegenüber Greenpeace angekündigt, die Lage rechtlich zu überprüfen. Den Fall Bunge hat Greenpeace umfassend dokumentiert. Die Umweltschützer fanden aber auch in Stichproben der Firma Deuka (Worms/Rheinland-Pfalz) und der Raiffeisen-Warenzentrale (Wiesbaden/Hessen) falsch deklarierte Ware. Bunge kauft seit April 2004 ausschließlich gentechnikfreie Soja aus Nordbrasilien und garantiert allen Lebensmittelherstellern gentechnikfreies Speiseöl. Die gleiche Garantie kann Bunge auch der Futtermittelindustrie geben, da Speiseöl und Futterschrot aus denselben Bohnen stammen. Nur etwa ein Fünftel des gentechnikfreien Soja-Schrots verkauft der Konzern auch als gentechnikfrei weiter - und verlangt für diese Ware einen Aufpreis von knapp zwei Prozent. (11.08.04)

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