Anzeige

organic-market.info | Mediadaten | Impressum | Datenschutz

Genweizen in Deutschland

von Redaktion (Kommentare: 0)


Trotz zigtausender Einwendungen von Bürgern hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit die versuchsweise Freisetzung von genmanipuliertem Weizen in Sachsen-Anhalt genehmigt. Damit können auf 1200 Quadratmetern genmanipulierte Winterweizenpflanzen angebaut werden.

 

Die Bio-Verbände laufen Sturm gegen diese Entscheidung Horst Seehofers. Zumal dieser allem Anschein nach zusätzlich plant, die Haftungsregeln für den GMO-Anbau zu lockern, indem eine Haftung nur noch für die unmittelbaren Nachbarn gelten soll.

 

"Empörend ist an dieser Tatsache nicht nur der Versuchsanbau, sondern vor allen Dingen der Standort", kommentiert der ökologische Anbauverband Biokreis. Das Versuchsfeld liegt in unmittelbarer Nähe zu den Anbauflächen einer der weltgrößten Genbanken im sachsen-anhaltinischen Gatersleben. Sepp Brunnbauer, Geschäftsführer des öko­logischen Anbauverbandes Biokreis e.V., warnt vor den möglichen Folgen: „In Gatersleben werden viele alte Weizensorten gelagert, die zur Erhaltung immer wieder im Freiland angebaut werden müssen. Trotz Sicherheitsauflagen ist nicht auszuschließen, dass es zu Verunreinigungen und damit zu einem nicht wieder gut zu machenden Schaden kommt." Die natürlichen Weizensorten in Gatersleben gelten als „Lebensversicherung der Menschheit“, da sie ohne Genmanipulation Resistenzen gegen verschiedene Krankheiten und klimatische Bedingungen in sich tragen. In Zeiten des immer schneller fortschreitenden Klimawandels könnten diese durch ihre verschiedenen Einsatzmöglichkeiten wirklich zur Lebensversicherung werden.

 

„Mit dieser Genehmigung ist der nächste Schritt zum Gen-Tech-Bier erfolgt – und das, obwohl Landwirte, Brauer und Verbraucher sich bereits jetzt massiv gegen Gentechnik stellen“, so Dr. Franz Ehrnsperger, Inhaber der Neumarkter Lammsbräu. „Aber nicht nur das Bier ist gefährdet, jetzt hat die Gentech-Industrie auch das Brot im Visier.“ Franz Ehrnsperger weiter: „Horst Seehofer macht sich - nach der Einfuhrgenehmigung für gentechnisch veränderten Raps -  mit dieser erneuten Genehmigung endgültig unglaubwürdig. Einerseits mahnt er zur Vorsicht bei der Nutzung von Agro-Gentechnik, andererseits öffnet er mit dieser Zulassung der schleichenden Zerstörung der Brau- und der Landwirtschaft Tür und Tor. Offensichtlich hat der jüngst im deutschen Handel aufgetauchte gentechnisch veränderte Reis keinen Lerneffekt ausgelöst.“

 

„Hier vergreifen sich Politik und Wissenschaft durch Genmanipulation von Weizen an unser aller ‚täglich Brot’“, so Bioland-Präsident Thomas Dosch. Dies zeige, dass die Bundesregierung der Agro-Gentechnik den Weg schleichend ebnen will und die Bedenken vieler Menschen übergeht - Bedenken, die in fast 30.000 Widersprüchen zum Ausdruck gebracht wurden. Bioland fordert Minister Seehofer auf, zum ergebnisoffenen Dialog zurückzukehren, und den Versuchsansteller, von der Genehmigung keinen Gebrauch zu machen.

 

 

 

 

Zurück

Uns interessiert Ihre Meinung. Schreiben Sie hier Ihren Kommentar zum Thema!



Jetzt teilen

Anmeldung
Newsletter

Anzeige

Anzeige