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Gentechnik durch die Hintertür

von Redaktion (Kommentare: 0)


Eine öffentliche Anhörung des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz im Deutschen Bundestag stand Ende Oktober 2006 unter dem Motto: „Gute fachliche Anbaupraxis ermöglicht Koexistenz“. Gentechnisch veränderte Pflanzen könnten mit entsprechendem Isolationsabstand ohne Gefahr für herkömmliche Arten angebaut werden, so der Tenor des an der Diskussion beteiligten Deutschen Raiffeisenverbandes. Selbst der bisher angestrebte Sicherheitsabstand von 150 Metern wird dabei angezweifelt.

 

Sepp Brunnbauer, Geschäftsführer des ökologischen Anbauverbandes Biokreis e.V., findet das unverantwortlich. „Genfreiheit wird nur noch über den Grenzwert diskutiert und nicht mehr über ein wirkliches Freisein von gentechnisch veränderten Bestandteilen. Wenn das von der Bundesregierung so übernommen würde, hätte das für alle Bio-Bauern weit reichende Konsequenzen.“ Auch die Zusicherung des Raiffeisenverbandes, dass die genossenschaftlichen Erfassungsunternehmen bereit sind, Körnermais, der außerhalb des vorgesehenen 150-Meter-Isolationsabstandes produziert wird, ohne weitere Auflagen und bei qualitativ einwandfreier Beschaffenheit ohne Preisabschläge aufzunehmen, zeugt davon, dass die Gentechnik mit allen Mittel hoffähig gemacht werden soll.

 

Abstandsregeln reichen nicht, betont auch der BÖLW. „Wer Gentechnik verwenden will, muss sicherstellen, dass Nachbarfelder nicht kontaminiert werden. Dazu gehört, dass er auf eigene Kosten überprüft, ob sich die künstlichen Gene aus seinem Anbau durch Pollenflug auf andere Felder ausgebreitet haben“, diese Forderung stellte Dr. Felix Prinz zu Löwenstein. Als Lösung schlägt der BÖLW vor, dem Gentechnikanbauer ein „Auskreuzungs-Monitoring“ zur Auflage vorzuschreiben: In dreifachem Sicherheitsabstand um Gentechnikfelder herum ist mittels Analysen zu überprüfen, ob es zu Auskreuzungen gekommen ist. Um Bürokratie im Zusammenhang mit der guten fachlichen Praxis gering zu halten, empfiehlt der BÖLW strenge und klare Haftungsregeln. Löwenstein betonte: „Die Kennzeichnungsschwelle gilt nur für unbeabsichtigte und unvermeidbare Kontaminationen. Sie als generelle Erlaubnis zur Kontamination zu deuten, wäre ein Verstoß gegen europäisches Recht und richtet sich gegen die Wahlfreiheit der Verbraucher!“

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