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Genfood: Kritik an Künast

von Redaktion (Kommentare: 0)


Die von Verbraucherministerin Renate Künast (Grüne) geplanten Regelungen zum Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen sind auf scharfe Kritik von Umwelt- und Verbraucherschützern gestoßen.

"Ich halte das Gesetz für eine Enttäuschung", sagte die Chefin des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen, Edda Müller. Müller kritisiert vor allem die Haftungsregeln, mit denen Landwirte vor ungewollten Verunreinigungen durch genveränderte Pollen geschützt werden sollen. Anders als Künast halten es die Verbraucherschützer auch nicht für erwiesen, dass Gen-Food gesundheitlich unbedenklich ist.

Die Umweltorganisation Greenpeace kritisierte, die Verbraucher hätten angesichts unzulänglicher Kennzeichnungsregeln keine Wahlfreiheit zwischen gentechnikfreien Produkten und solchen mit genveränderten Bestandteilen.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland sieht in dem neuen Gentechnikgesetz noch keine ausreichende Grundlage für den Schutz von Landwirten, Verbrauchern und Umwelt. Zwar gehe das Gesetz in die richtige Richtung, aber in entscheidenden Punkten würde auf noch nicht vorliegende Verordnungen verwiesen.

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Gerd Sonnleitner, warf Künast vor, den Einsatz der Gentechnik "ohne jegliche praktische Erfahrungen" regeln zu wollen. Deshalb rate sein Verband allen Landwirten dringend ab, gentechnisch veränderte Pflanzen anzubauen.

Ulrike Höfken, agrar- und verbraucherpolitische Sprecherin der Grünen erklärte: "Die geplante Vorlage des neuen Gentechnik-Gesetzes im Februar ist grundsätzlich sehr positiv. Wir sind weiterhin gegen den kommerziellen Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen in Deutschland, solange das Gentechnik-Gesetz und die begleitenden Verordnungen nicht in Kraft getreten sind. Wir sehen bei dem Einsatz der Gentechnik im Landwirtschafts- und Lebensmittelbereich wirtschaftliche Risiken für die Landwirte, die keine Gentechnik wollen, und auch Risiken für die Verbraucher, die Tiere und die Umwelt".

Die größte gentechnikfreie Region Deutschlands ist in der Uckermark ausgerufen worden. Per Selbstverpflichtung verzichten 21 Agrarbetriebe auf den Anbau genveränderter Pflanzen, wie eine Sprecherin der Landesanstalt für Großschutzgebiete (LAGS) gestern mitteilte. Zu den Unterzeichnern gehören sowohl Biobauern als auch konventionell wirtschaftende Landwirte im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin und im Naturpark Uckermärkische Seen. Damit werde ein zusammenhängendes Gebiet von etwa 50.000 Hektar - darunter 12.500 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche - in Uckermark und Barnim gentechnikfrei gehalten, heißt es.

Ihren Entwurf für das neue Gentechnik-Gesetz verteidigte dagegen die Ministerin (Bild). "Gentechnik findet doch längst statt." Verbraucher würden Genfood essen, ohne es zu wissen. Das ändere sich mit dem neuen Gesetz. "Vielleicht ist im Herbst sogar weniger Genfood im Supermarktregal als heute", sagte Künast. (27.01.2004)

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