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Geflügel-Konzerne starten Gentechnik-Offensive

von Redaktion (Kommentare: 0)


Die Verbände der großen Hähnchen-, Putenmast- und Eierkonzerne haben angekündigt, wieder gentechnisch veränderte Soja an Geflügel zu verfüttern. Annemarie Volling, Gentechnikexpertin der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), kritisiert diese Absichten, zeigt Alternativen auf und benennt Verantwortliche: „Statt auf Qualitätserzeugung, auf einen wachsenden Markt ohne Gentechnik und auf ernährungsbewusste Bürgerinnen und Bürger zu setzen, reichen Wiesenhof und Rothkötter den Gentechnikkonzernen die Hand und probieren eine Gentechnikrolle rückwärts. Den Behauptungen der Geflügel-Konzerne, es sei zu wenig gentechnikfreie Rohware verfügbar bzw. mit zu hohen Kosten und Rechtsunsicherheit verbunden, widersprechen Experten, z.B. aus Brasilien.“ So geht der brasilianische Produzentenverband von gentechnikfreier Soja, Abrange, wie schon im letzten Jahr von deutlichen Steigerungen bei konventionell angebauter Soja aus. Auch die Lieferengpässe, die 2013 aufgrund der Umstrukturierung brasilianischer Häfen zu Engpässen und Sojahöchstpreisen geführt haben, würden sich deutlich entspannen.

Viele Direktvermarkter, Bio- und Neulandgeflügelhalter füttern gentechnikfreies Soja aus Übersee, nutzen die zunehmenden Mengen in Europa produzierter Soja oder setzen auf andere Körnerleguminosen wie Ackerbohnen, Erbsen und Wicken. Wichtig sei es hier, Zukunftsoptionen, wie eine breit angelegte Eiweißpflanzenstrategie, agrarpolitisch zu flankieren. So arbeitet das Eiweißfuttermittel-Projekt Vom Acker in den Futtertrog der AbL-NRW an solchen Alternativen. Um den Bezug gentechnikfreier Futtermittel zu fördern, hat die AbL eine bundesweite Liste von privaten und genossenschaftlichen Lieferanten erstellt: www.gentechnikfreie-fuetterung.de.

Die AbL hat alle großen Händler in einem Brief aufgefordert, ihre Regale von Gentechnik sauber zu halten. Der Verband sieht bei den Lebensmittelketten und bei den Discountern eine hohe Mitverantwortung dafür, wie in Zukunft Geflügelfleisch und Eier erzeugt werden und fordert sie auf, ein deutliches Signal für gentechnikfreie Lebensmittel und Fütterung zu setzen und ihre Eigenmarken ohne Gentechnik auszuloben. Dies muss sich auch im Erzeugerpreis widerspiegeln. Die Verantwortlichen in der Politik werden aufgefordert, nicht nur auf die Äcker, sondern auch in die Ställe zu schauen und die gentechnikfreie Fütterung durch Beratungsangebote deutlich zu stärken. Die Pflichtkennzeichnung von Milch, Eier, Fleisch, die mit Gentechnik-Futterpflanzen erzeugt worden sind, stehe ohnehin auf der politischen Tagesordnung, so Frau Volling. Mehr Infos gibt es hier: www.abl-ev.de und hier: www.vom-Acker-in-den-Futtertrog.de

 


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