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Gefahr durch GVO-Raps

von Redaktion (Kommentare: 0)


Verunreinigungen mit gentechnisch verändertem Raps wurden Ende August 2007 in Rapssaatgut der Deutsche Saatveredelung AG (DSV) festgestellt. Das ergaben Kontrolluntersuchungen des nordrhein-westfälischen Landwirtschaftsministeriums. Betroffen
sind nach Meldungen der DSV 800 Einheiten à ca. 10 kg der Sorte Taurus, die bundesweit als besonders ertragreich gilt. Auf 1500 Hektar kann, nach Aussage der DSV schon verunreinigtes Saatgut ausgesät worden sein, weil vor Bekanntwerden der Verunreinigung Einheiten an Händler in Rheinland-Pfalz, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Hessen geliefert wurden. Noch können die zuständigen Ministerien keine Aussagen machen, an wie viele Betriebe das GV-Saatgut gegangen ist, wie viel Saatgut zurückgerufen wurde und auf welchen Flächen es schon zur Aussaat gekommen ist.

 

Erfreulich ist, dass das Ministerium in NRW den Fall sofort öffentlich gemacht hat. Doch es genügt nicht, Schadensersatz für die betroffenen Betriebe zu fordern. Fatal ist die Forderung der DSV, die Schwelle für tolerierte GVO-Anteile im Rapssaatgut auf 0,1% anzuheben. Dann hätten Landwirte die Verunreinigung, die etwa 0,03 % betragen soll, ertragen müssen, ohne etwas davon zu erfahren. Das würde die unterschwellige Verunreinigung sämtlichen Raps-Saatgutes und damit auch Saatgut seiner potenziellen Kreuzungspartner mit GVO-Konstrukten zulassen. 0,1 % mag wenig klingen, bedeutet aber, dass alle 20 Quadratmeter rechnerisch eine gentechnisch veränderte Rapspflanze wachsen würde. Raps hat eine hohe Vermehrungsrate, je Pflanze werden etwa 500 Samen gebildet. Im Fall der gentechnisch veränderten Pflanze würden alle die gentechnisch veränderten Merkmale tragen und somit das Auskreuzungsrisiko in den kommenden Jahren enorm vergrößern.

 

Die DSV hat laut Pressemeldungen umgehend eine Rückrufaktion gestartet. Darüber hinaus muss sofort geklärt werden, wie das bereits ausgesäte gentechnisch veränderte Saatgut sicher beseitigt werden kann. In Europa ist bisher keine gentechnisch veränderte Rapssorte zum Anbau zugelassen. Die aktuellen Verunreinigungen machen klar, dass die Bundesregierung die gentechnikfreie Saatguterzeugung aufs Spiel setzt, indem sie mit dem Anfang August vom Kabinett verabschiedeten Gentechnikgesetzentwurf Freisetzungsversuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen erleichtern will.

 

www.gentechnikfreie-saat.de

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