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GB: Body Shop-Übernahme eröffnet neue Marktchancen

von Redaktion (Kommentare: 0)


Die Übernahme des Body Shop durch L’Oreal eröffnet den Naturkosmetikherstellern voraussichtlich neue Möglichkeiten.


L’Oreal hat für die britische Ladenkette einen Kaufpreis von 652 Mio. £ (945 Mio. €) akzeptiert. Der französische Kosmetik-Riese besitzt bereits zahlreiche Marken, darunter Lancome, Garnier und Maybelline. Für 2005 verzeichnete das Unternehmen einen Umsatz von 17,3 Mrd. $ und einen Gewinn von 2,35 Mrd. $.

 

L'Oréal hat für 22,8 Mio Aktien der Body Shop International erworben. Dies entspreche einer Beteiligung von 10,49 %, teilte der Kosmetikkonzern am Donnerstag mit. Mit diesen Aktien, Zusagen von Aktionären und Call-Optionen auf weitere Titel habe sich L'Oreal eine Beteiligung von 53,1 % an der Einzelhandelskette gesichert.


1976 als kleiner Laden in Brighton gegründet, ist The Body Shop zu einer internationalen Kette von mehr als 2000 Geschäften in 53 Ländern herangewachsen. Die Marke The Body Shop basiert auf einem stark ethik-orientierten Geschäftsgebaren. Die Produkte sind aus natürlichen Rohstoffen und ohne Tierversuche hergestellt. Das Unternehmen hat in Dritte-Welt-Projekte investiert und unterhält enge Kontakte zu nichtstaatlichen Organisationen wie Greenpeace und Amnesty International.


Von einigen Seiten wird die Entscheidung des Body Shop als „Ausverkauf“ angesehen. Anita Roddick (Bild/Visualmedia), die Gründerin des britischen Unternehmens, hat sich oftmals gegen große multinationale Konzerne ausgesprochen und fairen Handel nachdrücklich über Profitdenken gestellt. Erst vor wenigen Jahren noch hatte die Unternehmerin die Verkaufstaktiken von L’Oreal kritisiert. Obwohl The Body Shop in der Ausstattung unabhängig bleiben und weiterhin ein als Verfechter von Umweltschutz und Ethik auftreten will, könnte sein Unternehmensethos als Mitglied des L’Oreal-Empires untergraben werden.


Die Body Shop-Übernahme könnte den Herstellern natürlicher und biologischer Pflegeprodukte neue Perspektiven eröffnen. The Body Shop war einer der Hauptkonkurrenten eben dieser Hersteller und Händler, da viele Konsumenten die Body Shop-Produkte fälschlich als natürlich und biologisch einordneten. Obwohl sie aus natürlichen Rohstoffen hergestellt werden, enthalten sie jedoch synthetische Konservierungsstoffe und Chemikalien, die in den meisten Naturkosmetikprodukten nicht zu finden sind.


Hersteller und Vertreiber von biologischer Kosmetik sind jetzt in einer stärkeren Wettbewerbsposition gegenüber The Body Shop. Einige Verbraucher werden aus ethischen Gründen zu „echter“ Naturkosmetik wechseln. Andere werden nach gründlicher Prüfung der Inhaltsstoffe umschwenken. Marken wie Dr. Hauschka oder Weleda beleuchten bereits jetzt in ihren Marketing-Kampagnen die besondere Qualität und Rückverfolgbarkeit der verwendeten Inhaltsstoffe.


Dazu Sonja Christine Dambach von der Weleda AG:


„Die Übernahme der The Body-Shop-Kette durch den französischen Konzern L'Oréal ist für unser Unternehmen als Arzneimittelproduzent und marktführenden Hersteller BDIH-zertifizierter Naturkosmetik nicht von markenspezifischer Bedeutung. The Body-Shop gehört zu den Herstellern, die in den Rezepturen ihrer Kosmetikprodukte unter anderem auch natürliche Inhaltsstoffe einsetzen und sich durch soziale Projekte engagieren. Dies begrüßen und respektieren wir.“ 


Die Weleda-Qualitätsrichtlinien sind sehr streng und lassen nur die ausschließliche Verwendung natürlicher Inhaltsstoffe - wo immer möglich - zu und basieren darüber hinaus auf den wissenschaftlichen Erkenntnissen der anthroposophischen Medizin. „Das Segment Naturkosmetik wächst seit Jahren kontinuierlich, während die Zahlen bei konventionellen Kosmetikherstellern tendenziell stagnieren“, betont Dambach. „Wir freuen uns, dass ein großer konventioneller Hersteller sich ebenfalls um gesunde, natürliche Inhaltsstoffe in Kosmetikprodukten bemüht und die Bedürfnisse des Marktes ernst nimmt.“

 

Die führende britische Kosmetikmarke Neal’s Yard Remedies kann möglicherweise das meiste Kapital aus dem Body Shop-Aufkauf schlagen. Wie der Body Shop besitzt Neil’s Yard eine eigene Einzelhandelskette. In den Läden werden die Kunden zur Wiederverwertung der Verpackungen ermutigt, und es werden Naturheilkunde-, Aromatherapie- und Ernährungskurse angeboten. Im Dezember 2005 wurde die Firma von einem privaten Investor gekauft und könnte sich – mit dem neuen Kapital – als "natürliche Alternative" zum Body Shop entwickeln.

 

Siehe auch: Naturkosmetikmarkt in England in drei Jahren fast verdoppelt

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