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Frankreich: Gemnais wächst im Verborgenen

von Redaktion (Kommentare: 0)


Zum ersten Mal haben die französischen Bauern dieses Jahr auf über 1000 Hektar genmanipulierten Mais angepflanzt. Dies sei zwar mehr oder minder "heimlich" geschehen, aber legal, da Frankreich trotz Ermahnungen aus Brüssel die EU- Richtlinien zu Gen-Mais von 2001 bisher nicht umgesetzt hat.
Wie die Zeitschrift "Le Figaro" berichtete, melden die offiziellen Stellen zwar nur 500 Hektar im Südwesten des Landes, die wirkliche Fläche sei jedoch um einiges größer. Weil die französischen Bauern den Anbau von genetisch veränderten Kulturen nicht angeben müssen, habe die Regierung keinerlei Möglichkeit, die Vermischung mit herkömmlichen Pflanzen zu verhindern oder die Gesundheit der Menschen zu schützen, kritisiert "Le Figaro".

Im Jahr 2004 waren in Frankreich erst rund 17,5 Hektar mit GVO-Kulturen bepflanzt worden. In diesem Jahr hatten viele Bauern im Südwesten Frankreichs Genmais-Samen in Spanien gekauft und wollen die Pflanzen nun als Tierfutter dorthin exportieren. Damit bewegen sie sich innerhalb der in der EU geltenden Gesetze. Da Gen-Mais in Spanien zugelassen ist, wird sein Einsatz nach EU-Recht automatisch ein halbes Jahr später für alle EU-Staaten legal.

Dass Gen-Mais bereits kommerziell angebaut wird, war der französischen Öffentlichkeit bisher nicht bekannt. Das Thema ist politisch hochbrisant, weil die Felder Nachbarfelder kontaminieren können. So kann GVO-Mais in Bio-Mais auftauchen. Die EU setzt für die geduldete Kontaminierung von konventionellem Mais durch Gen-Mais eine Obergrenze von 0,9 Prozent. Deutschland hat die Grenze auf 0,1 Prozent gesenkt.

Die Frage, wer den Öko-Bauern Schadenersatz leisten muss, ist noch nicht geklärt. Mit einer Fläche von 80.000 Hektar ist Spanien ist bisher das einzige Land Europas, das Gen-Mais in großem Stil anbaut. In den USA sind es 47,6 Millionen Hektar, in Argentinien 16,2 Millionen und in China 3,7 Millionen Hektar. (22.09.05)

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