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Forschungsförderung im Agrarbereich: An der Zukunft vorbei

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„Die Bundesregierung formuliert zwar den Anspruch, die Forschung zur Ökologischen Lebensmittelwirtschaft entsprechend der Bedeutung und den Entwicklungspotenzialen dieses Sektors zu fördern – in der Realität ist sie aber weit davon entfernt“, so Felix Prinz zu Löwenstein, Vorstandsvorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft. Völlig unbefriedigend nennt Löwenstein daher die Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Bundestagfraktion von Bündnis 90/Die Grünen zur Verteilung der Forschungsmittel im Agrarbereich.

 

Die Forschungsförderung des Bundes für die Ökologische Lebensmittelwirtschaft beschränkt sich mittlerweile fast ausschließlich auf das Bundesprogramm Ökologischer Landbau. Klar ist, dass nach den Kürzungen in 2007 dort künftig nur noch ca. 5 Mio. Euro pro Jahr für die Forschung zur Verfügung stehen. Hingegen werden für die Forschung an gentechnisch veränderten Pflanzen in den Programmen GABI-FUTURE und FUGATO-plus jährlich 15 Mio. Euro ausgegeben. Wie viele Steuermillionen durch den Bund genau in die Agro-Gentechnik gepumpt werden und wie sich die Forschungsgelder im konventionellen Bereich im Einzelnen verteilen, lässt die Bundesregierung entweder bewusst offen oder sie weiß es selbst nicht genau. „Beides wäre im Lichte eines transparenten Umgangs mit Steuergeldern ein Skandal“, kritisiert Löwenstein.

 

In jedem Fall zeigten die Zahlen, dass die Förder-Akzente völlig falsch gesetzt seien, erklärte Löwenstein. Die Anforderungen an eine zukunftsfähige Landwirtschaft seien die möglichst umweltfreundliche und tiergerechte Erzeugung gesunder und schmackhafter Lebensmittel. Hier bescheinigten vorhandene Studien der Bio-Landwirtschaft nahezu für alle Bereiche die Vorreiterrolle. Gleichzeitig bestünde noch ein großes Optimierungs- und Entwicklungspotenzial, für dessen Erschließung Forschung dringend erforderlich sei.

Ganz anders das Bild für die Agro-Gentechnik: Nach jahrzehntelanger Forschung gebe es lediglich zwei Anwendungen, für die es aber einfache ackerbauliche Alternativen gebe und dazu weder Bedarf noch Akzeptanz bei den Verbrauchern.

 

„Mit ihrem System-Ansatz stellt sich die Ökologische Lebensmittelwirtschaft als die eigentliche Innovation der Land- und Ernährungswirtschaft dar. Ich fordere die Bundesregierung daher auf, mit der Finanzierung von Forschungsvorhaben endlich stärkere Akzente für diese besonders nachhaltige und den gesellschaftlichen Zielen am besten entsprechende Form der Landwirtschaft zu setzen“, so Löwenstein. 

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