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Forderungen der Bio-Verbände an die Politik

von Redaktion (Kommentare: 0)


Weil heimische Bio-Rohstoffe wie Kartoffeln und Hafer zur Mangelware werden, sichert sich die europäische und internationale Konkurrenz immer mehr Marktanteile in Deutschland, dem bedeutendsten europäischen Absatzmarkt für Bio-Lebensmittel. Diese Tatsache beklagen auf der Internationalen Grünen Woche verschiedene Sprecher von Branchenverbänden. Politiker von Bund und Ländern hätten bisher den Verbraucherwunsch nach mehr Bio ignoriert und trügen eine Mitverantwortung dafür, dass der Bioboom an den Bauern in Deutschland vorbeigeht. Aufgrund der unsichereren politischen Rahmenbedingungen stellen kaum noch konventionelle Betriebe auf ökologische Wirtschaftsweise um.

 

„So gehen auch die positiven Potenziale des Biolandbaus für Umwelt und Arbeitsplätze ins Ausland“, kommentiert Elke Röder, Geschäftsführerin des Bundesverbandes Naturkost Naturwaren (BNN) Herstellung und Handel e.V. die Fehlentwicklung. „Für den Naturkostfachhandel zahlen sich jetzt die langjährigen engen Handelsbeziehungen mit den Biolandwirten in den Regionen aus. Dank langfristiger Verträge sind die Bioläden und Biosupermärkte in Deutschland mit regionaler Ware gut versorgt.“

 

„Nach Steigerungsraten von knapp 15 % im Jahr 2005 und einer sehr guten Entwicklung 2006 erwarten wir auch für die Zukunft zweistellige Wachstumsraten“, so Michael Radau, Vorsitzender des Verbandes der Biosupermärkte. „Die Politik muss endlich aufwachen und den Bauern in Deutschland klare Signale Richtung Bio senden. Mit dem Schlingerkurs bei Agro-Gentechnik und Ökoförderung muss jetzt Schluss sein.“

 

"Es wäre fatal, wenn Deutschland die Chancen wachsender Biomärkte für heimische Biobetriebe auch in den nächsten Jahren weiter verschläft“, warnt Thomas Dosch, Präsident von Bioland Deutschland. „Wir fordern daher von allen Agrarministern angemessene Ökoprämien und Planungssicherheit für Biobauern in den kommenden sieben Jahren“. Als schwerwiegender Fehler erweisen sich heute die Förderstopps in zahlreichen Bundesländern in den Jahren 2005 und 2006, die zu einer Stagnation der Zahl deutscher Biobetriebe in diesen beiden Jahren geführt hat. Ab 2007 laufen die Förderprogramme zwar in allen Bundesländern, bis auf das Saarland, wieder an, jedoch auf stark gekürztem Prämienniveau.

 

Die Ökoprämien sind entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Biobetriebe gegenüber europäischen Mitbewerbern – nicht zuletzt deshalb, weil Betriebe in unseren Nachbarländern durch nationale Aktionspläne und Fördermaßnahmen gezielt für den Export ihrer Bioprodukte nach Deutschland stark gemacht werden. Eine Honorierung der Biobetriebe über höhere Verbraucherpreise für Bioprodukte wäre wünschenswert, ist jedoch aufgrund des insgesamt niedrigen Preisniveaus für Lebensmittel und der unmittelbaren Preisabhängigkeit von konventionell erzeugten Lebensmitteln in absehbarer Zeit nicht zu realisieren.

 

Die Verbände fordern von Landwirtschaftsminister Horst Seehofer und seinen Länderkollegen die Rücknahme der bereits vollzogenen Kürzungen im Biolandbau:

 

- Anhebung der Basis-Prämie für Biobetriebe (Beibehalter) auf die ursprünglichen 160 Euro pro Hektar, um den Bundesländern wieder mehr Spielraum für eine Erhöhung der Öko-Prämien zu geben.

 

- Wiedereinführung des Fördertatbestandes „Ökologischer Landbau“ im Rahmen der Agrarinvestitionsförderung mit einem erhöhten Fördersatz von 35 % (25 % Regelförderung).

 

- Fortführung des Bundesprogramms Ökologischer Landbau (BÖL) und Aufstockung der Mittel auf 20 Millionen Euro.

 

Ein ausführliches Hintergrundpapier zu weiteren Forderungen an die Politik finden Sie auf der Homepage von Bioland: www.bioland.de

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