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Fleischskandale fördern Bio-Absatz

von Redaktion (Kommentare: 0)


Die Erzeuger und Vermarkter von Biofleisch profitieren von den Skandalen um "Gammelfleisch". Das Interesse der Verbraucher an Biofleisch hat in den vergangenen Tagen deutlich zugenommen. "Wir bemerken einen spürbaren Anstieg der Nachfrage nach Biofleisch", sagt die Sprecherin der größten deutschen Bio-Supermarktkette Alnatura, Stefanie Neumann. In einigen der bundesweit 25 Alnatura-Filialen sei Biofleisch sogar zeitweise ausverkauft gewesen.

 

Der Bund Ökologische Landwirtschaft (BÖLW) will derzeit noch keine Prognose über langfristige Auswirkungen der jüngsten Fleisch-Skandale auf das Geschäft der Biolandwirte abgeben. "Das ist noch zu früh zu sagen", sagt BÖLW-Geschäftsführer Alexander Gerber (Bild). Die Erfahrung zeige jedoch, dass solche Fälle den Herstellern von Biofleisch tendenziell neue Kunden bringen. Für das Geschäft der Ökolandwirte sei der neue Skandal daher nicht von entscheidender Bedeutung. "Der Umsatz mit Bioprodukten steigt im dritten Jahr in Folge um 15 %", so Gerber. Bei Biofleisch sei das Wachstum mit Zuwachsraten von teilweise bis zu 30 % besonders stark. Gerber sieht darin einen Beleg dafür, dass beim Verbraucher ein Umdenken stattgefunden habe. Viele seien nach den zahlreichen Skandalen in der Vergangenheit auf Bioprodukte umgestiegen.

 

Einen eher langfristigen Trend zu mehr Bioprodukten sieht Maren Schimanski von Dennree. Das Unternehmen habe zwar im Vergleich zur Woche vor den Funden rund 15 % mehr verkauft. Ein Effekt aus dem jüngsten Skandal sei jedoch nur schwer messbar.

 

Bei der Bio-Supermarktkette Basic verzeichnet man ein spürbares Umsatzplus. Der Zuwachs beträgt in diesen Tagen nach Angaben von Einkaufsleiter Gerhard Sailer mehr als 10 %. „Diese Nachfrage können wir mit unseren regionalen Lieferanten auch abdecken“, sagte er. Da die Umsätze mit Bio-Fleisch und Wurst jährlich um 15 bis 20 % wüchsen, seien die Zulieferer von Basic auf Wachstum eingestellt. Bei einer deutlich höheren Nachfrage würde es aber sehr kritisch. Ein Absatzplus von etwa 50 % wäre „unrealistisch“ - weil das Angebot nicht groß genug ist.

 

Inzwischen kaufen auch immer mehr Lebensmittelketten in großen Mengen Biofleisch ein. 

Das führt in einigen Regionen bereits zu Lieferengpässen. Wegen der starken Nachfrage sind die Erzeugerpreise für Bio-Rinder und Bio-Schweine stark gestiegen. Einzelhändler, die Biofleisch neu in ihr Sortiment aufnehmen wollen, müssten teilweise sogar mit Wartezeiten rechnen.

 

  

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