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Fachsymposium für Nachhaltige Verpflegungsstrategien mit großer Resonanz

von Redaktion (Kommentare: 0)


Gerd Kugler, Vertreter der Geschäftsleitung der KfW Bankengruppe eröffnete am Freitag, den 6. Februar vor 150 Teilnehmern das Fachsymposium für Nachhaltige Verpflegungsstrategien in Frankfurt am Main. Das Symposium war Höhepunkt und Abschluss der Kampagne "Klasse für die Masse - Mehr Bio in der Großküche" des Bundesprogramms Ökologischer Landbau. Verantwortliche aus Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung sowie Vertreter von Kommunen und Verbänden informierten sich über aktuelle Trends im Außer-Haus-Markt. Im Blickpunkt standen der Einsatz von Bio-Produkten in der Außer-Haus-Verpflegung national und international sowie die Bio-Zertifizierung. Zusätzlich präsentieren Bio-Lieferanten ihre Produktvielfalt für Großverbraucher.

Die österreichische Ernährungswissenschaftlerin Hanni Rützler (Bild) vom Zukunftsinstitut Kelkheim stellte aus der Studie "Future Food" die fünf wichtigsten Trends für die Esskulturen der Zukunft vor. Sie zeigte auf, das die Verbraucher täglich zwischen einer fast unendlichen Vielfalt an Lebensmitteln frei auswählen könnten, doch nur rein theoretisch. Praktisch werden die alltäglichen Ess-Entscheidungen von gesellschaftlichen Megatrends beeinflusst. Zu den fünf wichtigsten zählen nach der Studie von Hanni Rützler Individualisierung, Feminisierung, Multitasking, Lebensphasen und Singelisierung. Einen vorderen Platz nimmt auch Nature Food (natürlich, biologisch und gesund essen) ein. Hanni Rützler unterstrich, dass gerade junge Familien gerne Bio-Produkte kaufen.

Anschließend stellte Daniela Vaziri vom Deutschen Fachverlag Trends im internationalen Außer-Haus-Konsum vor. Food-Trend Gewinner weltweit seien Pasta, Geflügel sowie Backwaren und allen voran Salat, erläuterte Daniela Vaziri. Sie stellte heraus, dass auch die Ernährungsindustrie von der Globalisierung nicht ausgenommen sei. So machten die Top 100 Foodservice-Unternehmen in Europa allein im Jahr 2002 einen Umsatz von 58 Milliarden Euro und vereinten damit einen Marktanteil von 20 % auf sich.

Dem gegenüber stehen 10,6 Milliarden Euro Umsatz mit Bio-Lebensmitteln in Europa, erläuterte Thomas Dosch, Vorstandssprecher Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft e.V. "Insgesamt werden in Deutschland 4,1 % der Fläche ökologisch bewirtschaftet. Mit Bio-Produkten wird ein Gesamtumsatz von 3,0 Milliarden Euro erzielt, was 2,3 % am Gesamtmarkt ausmacht," berichtete Thomas Dosch. Auch weltweit steige die Nachfrage nach Bio-Produkten. Um den Absatz weiter zu stärken müsse man in Zukunft vermehrt die potenziellen Zielgruppen ansprechen. Dazu gehörten auch Restaurants und Großküchen, fügte er an. Deshalb habe der Anbauverband Bioland zur Absatzsteigerung von Bio-Produkten ein eigenes Gastronomie-Konzept entwickelt.

Dass die Verwendung von Bioprodukten in der Außer-Haus-Verpflegung (AHV) nicht nur in Deutschland zunehmend Anklang findet, zeigte Dr. Carola Strassner vom ÖGS in ihrem Vortrag über die weltweite Bio-Gastronomie. Deutschland ist, was den Einsatz von Bio in der AHV angeht, eher im Mittelfeld anzusiedeln. Gerade unsere europäischen Nachbarn Italien und Großbritannien sind der Bundesrepublik einen Schritt voraus und haben den Einsatz von Bioprodukten zum Teil bereits gesetzlich verankert. So ist es also kein Wunder, dass allein in Rom rund 140.000 Kinder täglich Menüs mit Biokomponenten essen. Diese positive Tendenz lässt sich weltweit nachweisen: Von Europa über Japan, hin zu den USA und Brasilien spielen Bio-Produkte in der Gastronomie eine immer wichtigere Rolle.

Wie die Kontrolle in Betrieben der Außer-Haus-Verpflegung aussehen kann, erläuterte Dr. Jochen Neuendorff von der GfRS. Er präsentierte damit erste Ergebnisse der Studie zur Entwicklung von Standardkontrollverfahren. Fest steht, dass dort, wo "Käufer" in Erscheinung treten oder Bio ausgelobt wird auch zertifiziert werden muss. "Kindertageseinrichtungen beispielsweise sind nach dieser Definition ausgenommen", erklärte Jochen Neuendorff. (Bild: Die Firma Hügli präsentiert Ihre Bio-Waren für Großverbraucher)

In einer abschließenden Talkrunde erörterten namhafte Unternehmensvertreter, darunter Evelyn Beyer-Reiners, Mitglied der Geschäftsleitung SV Service Group und Thomas Stokhammer, Direktor F & B Heidelberg Marriott Hotel ihre Verpflegungskonzepte mit Bio. Günter W. Fischer, Vizepräsident vom Verband der Köche betonte, dass auch in seinem Verband das Interesse an Bio-Produkten wachse.

Das Fachsymposium ist Teil des Bundesprogramms Ökologischer Landbau, initiiert vom Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft.

Alle Fotos: ÖGS - Ökologischer Großküchen Service

http://www.oegs.de (20.02.04)

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