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Europäisches Parlament: Mehr Ehrlichkeit in der Werbung

von Redaktion (Kommentare: 0)


Zur Plenarabstimmung des Europäischen Parlaments über den Bericht über gesundheitsbezogene Werbung von Lebensmitteln erklärte die Europaabgeordnete Hiltrud Breyer MdEP (Bündnis 90/ Die Grünen) am 16. Mai 2006: „Die heutige Abstimmung ist ein Meilenstein für den Verbraucher- und Gesundheitsschutz in Europa. Das Parlament hat sein Votum aus erster Lesung korrigiert und sich endlich wieder auf die Seite der Verbraucher gestellt. Diese Kehrtwende ist ein echter Erfolg.“


Es geht nicht um Werbeverbote, sondern um harmonisierte Mindeststandards für das Marketing. Eine Befragung ergab, dass 70 % der Konsumenten den gesundheitsbezogenen Angaben der Hersteller vertrauen. „Diese Verordnung ist eine Schlüsselgesetzgebung, nicht nur für mehr Transparenz im Verbraucherschutz, sondern auch für mehr Gesundheitsschutz,“ so Breyer. Die Verordnung trägt entscheidend zum Gesundheitsschutz bei. Allein in der Bundesrepublik Deutschland geben wir 71 Milliarden Euro für ernährungsbedingte Folgekosten aus.

 

Die Industrie kann Verbraucher nun nicht länger mit falschen Heilsversprechen wie "Kartoffelchips mit Calcium und Magnesium, gut für ihre Knochen! Schokoriegel mit Vitamin E, machen fit, auch in der Schule!" in die Irre führen. Auf die Packung dürfen gesundheitsbezogene Werbeaussagen in Zukunft nur noch, wenn sie vom Hersteller wissenschaftlich belegt und von der EU-Kommission bzw. der Europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) genehmigt werden.

 

Zu fette, zu süße oder zu salzige Produkte können dem Verbraucher nun nicht mehr unter dem Deckmäntelchen von Gesundheit und Wellness untergejubelt werden. Irreführende Lebensmittelwerbung darf es nun in ganz Europa nicht mehr geben. Getreideflocken mit einem Zuckeranteil von 30 %, übersüßte Schokoriegel, Frucht-Gummi-Tierchen und pro-biotische Joghurtdrinks dürfen nicht mehr mit "Konzentrationsfördernd", "gut für die Knochen" oder "mit dem besten Zutaten" beworben werden. Dieser skandalösen Augenwischerei der Lebensmittelproduzenten wurde heute eine klare Absage erteilt. Wenn einer der kritischen Nährstoffe Fett, Zucker oder Salz einen noch zu definierender  Schwellenwert überschreitet, dürfen Lebensmittel nur dann noch mit Nährwertaussagen ("enthält Kalzium") beworben werden, wenn in gleicher Prominenz eine Warnung vor dem Nährstoff ("enthält viel Zucker") auf dem Etikett erscheint.

 

Auch Markennahmen wie z.B. "Slimfast" sind nun klar in den Gesetzesvorschlag miteinbezogen. Denn Markennamen sind Teil der Vermarktung und sollten denselben Regeln wie der Produktwerbung unterliegen. Insbesondere, wenn diese das Gesundheitsversprechen im Titel tragen. Die absurde Idee, Alkoholika wie Wein und Bier mit gesundheitsbezogenen Aussagen zu bewerben, ist ebenfalls vom Tisch. Einzig Angaben zu reduziertem Alkohol- und Kaloriengehalt sind künftig erlaubt.
„Der Verbraucherschutz in Europa erhält durch die Entscheidung des Europäischen Parlaments endlich wieder Auftrieb“, freut sich die engagierte Europa-Abgeordnete.

 

Kontakt: 
Hiltrud Breyer
8 G 265, Rue Wiertz
B - 1047 Bruxelles
Tel.: 0032 2 284 5287
Fax: 0032 2 284 9287
hbreyer@europarl.eu.int
www.hiltrud-breyer.de

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