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Ethics in business prüft Mittelständler im Bereich Umwelt und Soziales

von Redaktion (Kommentare: 0)


Ethisches Handeln in der Wirtschaft ist ein wichtiger Baustein für den langfristigen Erfolg eines Unternehmens, so ein zentrales Ergebnis der bundesweiten Vergleichsstudie ETHICS IN BUSINESS. Untersucht wurden 41 Mittelständler, die sich zu ethischem und nachhaltigem Wirtschaften verpflichtet haben. Durchschnittlich erzielten diese Unternehmen in den letzten zwei Jahren eine Wachstumsrate von 28,5 Prozent des Umsatzes. Gut zwei Drittel von ihnen konnten in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit Arbeitsplätze schaffen. Auf der anderen Seite haben 90 Prozent der Betriebe in der letzten Zeit Maßnahmen getroffen, um den Ressourcenverbrauch und die Emissionen zu verringern. Zudem zeigen sie alle großes soziales Engagement. Die Analyse dokumentiert jedoch auch, dass bei allen Firmen noch Potenziale bestehen. Am 2. November wurde in Berlin erstmals der "Deutsche Preis für Wirtschaftsethik" verliehen. Er geht an den Vakuumspezialisten J. Schmalz GmbH (Bild/compamedia v.l.n.r.: Laudator und Jurymitglied Dr. Norbert Copray, geschäftsführender Gesellschafter Wolfgang Schmalz, Schirmherr Ulrich Wickert, geschäftsführender Gesellschafter Dr. Kurt Schmalz sowie der wissenschaftliche Leiter Prof. Dr. Bernd Wagner) aus Glatten im Schwarzwald. Durchgeführt wurde die Studie von der Ratingagentur oekom research AG in Zusammenarbeit mit dem Augsburger Universitätsprofessor Dr. Bernd Wagner.

Vier Bereiche wurden geprüft: das Handeln des Unternehmens gegenüber externen Partnern und der Gesellschaft, der Umgang mit Mitarbeitern, der betriebliche Umweltschutz sowie die ökologische Gestaltung der Produkte und Dienstleistungen.

"Zumeist haben Führungspersönlichkeiten ihre Vision ethischen und nachhaltigen Wirtschaftens umgesetzt und damit die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens gesteigert", resümiert Wagner. Um das vorhandene Potenzial voll auszuschöpfen, fordert er jedoch ein systematischeres Vorgehen. Beispielhaft nennt er drei konkrete Maßnahmen: das Überprüfen des ökologischen und sozialen Engagements der Zulieferer, das Erstellen von Richtlinien und Kontrollmaßnahmen für faires Wettbewerbsverhalten und Gesetzestreue sowie weiter gehende Initiativen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Die Untersuchung zeigt, dass für ethisch handelnde Unternehmen verantwortungsvolles Marketing eine Selbstverständlichkeit ist. Deshalb schulen zwei Drittel der Teilnehmer ihre Mitarbeiter in fairen Marketingmethoden. Geschäftspartner hingegen könnten stärker zu ethischem Wirtschaften angehalten werden, denn lediglich rund ein Viertel verlangt von seinen Geschäftspartnern beispielsweise explizit das Einhalten bestimmter Arbeitnehmerrechte.
Bei den Gehältern der Firmenlenker hat man das rechte Maß behalten: Ein Großteil der Geschäftsführer verdient weniger als fünfmal so viel wie der normale Arbeitnehmer. Ein Vorstand bei den DAX30-Unternehmen hingegen hat etwa das 25-, ein Vorstandsvorsitzender häufig das 150-fache des durchschnittlichen Gehaltes. (Bild/compamedia: alle ETHICS IN BUSINESS-Unternehmen des Jahres 2005)

Durch Gleitzeit, Teilzeit oder Jahresarbeitszeitkonten und Heimarbeitsplätze versuchen alle Teilnehmer, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen. Kinderbetreuung oder betriebliches Kindergeld indes bietet nur ein Viertel, und auch die Anzahl der Frauen in Führungspositionen lässt zu wünschen übrig - nur bei einem knappen Drittel sind sie in der Führungsriege entsprechend ihrem Anteil an der Gesamtbelegschaft vertreten.

Im Umweltschutz setzen die 41 Mittelständler vor allem beim Energieverbrauch an. Niedrigenergiebauweise ist bei Neubauten quasi Standard, und 38 Prozent der Teilnehmer beziehen Strom oder Wärme aus regenerativen Energieträgern. Über 90 Prozent erfassen Verbrauchsdaten systematisch - zu Steuerungszwecken werden sie jedoch zu wenig genutzt. Mehr als die Hälfte arbeitet mit einem Umweltmanagementsystem, bei einem Viertel befindet es sich in der Planungs- und Aufbauphase. Lieferanten werden bei 71 Prozent der Teilnehmer einer strukturierten ökologischen Bewertung unterzogen. Zwar schreiben im produzierenden Gewerbe alle die Berücksichtigung von Umweltaspekten groß, nur wenige beachten jedoch bereits in der Produktentwicklung systematisch Umwelteinflüsse während des ganzen Lebenszyklus.

Die Studienergebnisse gibt es auf http://www.ethics.de und in dem Buch "ETHICS IN BUSINESS 2005 - Vorreiter ethischen Handelns". Das Projekt geht 2006 in eine neue Runde. Interessierte Unternehmen erhalten ein kostenloses Info-Paket unter info@compamedia.de.

Schirmherr, Projektpartner und wissenschaftliche Leitung
Schirmherr des Projektes ist Ulrich Wickert. Projektpartner sind B.A.U.M (Bundesdeutscher Arbeitskreis für umweltbewusstes Management), der BUND - Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland, das DNWE (Deutsches Netzwerk für Wirtschaftsethik), die Fairness-Stiftung und die Umweltinitiative Future. Die wissenschaftliche Leitung liegt bei der oekom research AG, einer international führenden Agentur für Nachhaltigkeitsratings. (04.11.05)

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