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Erste Afrikanerin erhält Friedensnobelpreis

von Redaktion (Kommentare: 0)


"Es kostete mich viele Tage und Nächte, meine Mitmenschen davon zu überzeugen, dass Frauen ihre Umwelt ohne viel Technologie oder finanzielle Ressourcen verbessern können", sagte Wangari Maathai, die als erste Afrikanerin den Friedens-Nobelpreis erhält. Dieser wird damit auch erstmals zweimal hintereinander einer Frau verliehen. In seiner Ehrung vom 8. Oktober 2004 würdigte das norwegische Kommitee Dr. Maathai als "eine Quelle der Inspiration für alle, die in Afrika für nachhaltige Entwicklung, Frieden und Demokratie kämpfen." Die Auszeichnung ist mit rund einer Million Euro dotiert.

Als "genau richtig, verdient und erfreulich" wird die Vergabe des Friedensnobelpreises an die Umweltaktivistin Wangari Maathai aus Kenia in aller Welt begrüßt. Begeisterung herrscht auch in deutschen Universitäten, denn Wangari Maathai hat teilweise in Deutschland studiert und unterhält immer noch enge Verbindungen zu deutschen Wissenschaftlern.

Wangari Muta Maathai (Bilder. Green Belt Movement)wurde am 1. April 1940 in Nyeri, Kenia geboren. Nach ihrer Schulausbildung studierte sie zunächst in Atchinson (Kansas), später in Pittsburgh (Pennsylvania) und in Deutschland. Nach ihrer Rückkehr nach Kenia erwarb sie im Jahre 1971 als erste Frau Kenias den Doktortitel der Universität Nairobi. Bald darauf wurde sie zur ersten Dekanin eines Universitäts-Fachbereichs

Im Jahre 1977 rief sie das größte Aufforstungsprojekt Afrikas, das "Green Belt Movement" (Grüner Gürtel) ins Leben, was ihr 1984 bereits den "Alternativen Nobelpreis" einbrachte. Ziele der Organisation, die sich überwiegend aus Frauen der ärmsten Bevölkerungsschicht rekrutiert, sind eine nachhaltige Brennstoff-Versorgung und die Vermeidung der Bodenerosion. Zu diesem Zweck wurden bisher über 30 Millionen Bäume angepflanzt. Jahrelang waren kenianische Wälder gerodet worden, was zu schlechter Bodenqualität sowie einem Mangel an frischem Wasser und Feuerholz geführt hatte. Maathai, die selbst drei Kinder hat, schaffte es, die Mütter unterernährter Kinder zu begeistern: Sie lehrte sie, Samen zu suchen, Brunnen zu graben und ihre Setzlinge vor Tieren und Menschen zu schützen. Der Pflanzaktion verdankt sie ihren Beinamen Mama Miti (Suaheli: Mutter der Bäume).

Prof. Maathai erhielt zahlreiche weitere Auszeichnungen, darunter neben dem bereits erwähnten Alternativen Nobelpreis 1983 den Woman of the Year Award, 1989 den Woman of the World Award, 1991 den Afrika-Preis, sowie 2004 den Petra-Kelly-Preis der Heinrich-Böll-Stiftung. Aus den USA und Norwegen erhielt sie insgesamt drei Ehrendoktor-Titel.

Maathai war von 1976 bis 1987 in Kenias Nationalem Frauenrat aktiv, dessen Präsidentin sie 1981-87 war; heute sitzt sie im Vorstand. Sie gehört ebenfalls dem Abrüstungs-Beirat der Vereinten Nationen an. 1997 kandidierte sie für das Amt der kenianischen Präsidentin, verlor aber, als ihre Partei die Kandidatur zurückzog. Unter dem Regime von Daniel arap Moi wurde sie mehrmals inhaftiert und Opfer gewaltsamer Anschläge. 2002, nach Ende des Moi-Regimes, wurde Maathai mit 98 % der Stimmen als Abgeordnete der Grünen Partei in das kenianische Parlament gewählt. Seit 2003 ist sie stellvertretende Ministerin für Umwelt und Naturschutz. Sie setzt sich zunehmend auch gegen die Verfolgung Oppositioneller, die Unterdrückung der Meinungsfreiheit und gegen Korruption ein.

Ihr Mann ließ sich 1980 von ihr scheiden - mit der Begründung, sie sei "zu gebildet, zu erfolgreich, und zu schwer zu kontrollieren." (10.12.04)

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