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Erneut Gentechnik in Reis von Euryza

von Redaktion (Kommentare: 0)


Verunreinigungen mit Gentechnik hat Greenpeace nun auch in Reis der Marke Oryza gefunden. Der sogenannte Ideal Reis/Langkorn Parboiled Reis der Euryza GmbH wurde bei Edeka in Hamburg am 12. September 2006 gekauft. Sehr wahrscheinlich handelt es sich wieder um LLRice 601. Die Lebensmittelüberwachung in Bayern prüft derzeit das Analyse-Ergebnis. Die Edeka-Zentrale hat erklärt, vorerst keinen Reis mehr aus den USA anzubieten. Oryza-Reis der gleichen Charge wird jedoch auch in weiteren Supermarkt-Ketten verkauft. Auch der Reis bei Aldi Nord, in dem Greenpeace erstmals in Deutschland gentechnische Verunreinigung entdeckte, stammte von einer Euryza-Tochter, der Reiskontor Handels-GmbH. Euryza versicherte Greenpeace in einem Schreiben vom 13. September 2006, dass ihre gesamten Bestände inzwischen untersucht werden und bisher kein Gen-Reis gefunden wurde.

 

Wegen der offensichtlich großflächigen Verbreitung des Gen-Reises fordert Greenpeace von Bundesverbraucherminister Horst Seehofer (CSU), sämtliche Produkte mit Langkornreis aus den USA vom Markt nehmen zu lassen. Bei einem Treffen der EU-Agrarminister in Brüssel hatte Bundesverbraucherminister Horst Seehofer für die Genehmigung von genmanipuliertem Raps der Bayer AG gestimmt, während sich die Mehrheit der EU-Agrarminister dagegen aussprach. Nun wird die EU-Kommission entscheiden. 

 

Der Skandal hat auch die ökologische Lebensmittelwirtschaft alarmiert. „Offenbar hat die Gentechnikindustrie ihre Produkte nicht im Griff oder – was noch schlimmer wäre – will sie gar nicht im Griff haben“, erklärte Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des BÖLW. Als Konsequenz seien die Unternehmen der Ökologischen Lebensmittelwirtschaft bereits jetzt gezwungen, erhebliche Kosten der Qualitätssicherung zum Schutz vor Gentechnik-
Kontaminationen auf sich zu nehmen. Löwenstein bezeichnete es als abwegig, wenn dann ausgerechnet Naturkost-Kunden mehr Geld für ihren Einkauf aufwenden müssen, weil andere sich Profit aus der Agro-Gentechnik versprechen. Erste Recherchen des BÖLW haben ergeben, dass so gut wie kein amerikanischer und chinesischer Langkorn-Reis in den deutschen Bio-Markt gelangt ist. Der hier gehandelte Bio-Reis wächst hauptsächlich in Frankreich und Italien, Basmati-Reis kommt aus Indien.

 

Bisher ist ungeklärt, wie sich der illegale Gen-Reis in den USA ausbreiten konnte und in welchem Ausmaß. Mehrere Experten gehen inzwischen davon aus, dass sich der Gen-Reis LL 601von Bayer in den USA durch Pollenflug auf verwandte Wildpflanzen und in
herkömmlichen Reis ausgekreuzt hat.

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