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Empörung über Bio-Zensur

von Redaktion (Kommentare: 0)


Der neue Bio-Einkaufsführer für Berlin-Brandenburg musste ohne eine Anzeige der Initiative "Save our Seeds" zur Reinhaltung des Saatguts von Gentechnik erscheinen. "Save our Seeds ersatzlos streichen", lautete die lapidare Anweisung des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) an den Herausgeber, die "Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin und Brandenburg" (FÖL). Das Ministerium ko-finanziert die Informationsbroschüre, von der 700.000 Exemplare verteilt werden, und machte die Druckfreigabe von der Zensur abhängig.

 

Die auf Einladung der FÖL gestaltete Anzeige weist darauf hin, dass künftig in biologischem wie konventionellem Saatgut Spuren von Gentechnik ungekennzeichnet enthalten sein dürfen, wenn es nach dem Willen der Saatgut-Industrie geht. Dies wertete das BMELV als unzulässigen Angriff. Tatsächlich ist die Forderung nach Gentechnik-Grenzwerten im Saatgut über 0,3% auf den Internet-Seiten des "Bundes Deutscher Pflanzenzüchter" und der "European Seed Association" nachzulesen. "Für die Biobranche ist die Gentechnikfreiheit eine Überlebensfrage. Die Information der Verbraucher über dieses Problem zu unterdrücken, halten wir für keine Lösung", sagte Benedikt Haerlin von "Save our Seeds". Über die Zensur sei er verwundert. "Herr Seehofer hat sich bisher für die Reinhaltung des Saatgutes ausgesprochen. Ist ihm so viel vorauseilender Gehorsam gegenüber Monsanto, Bayer und BASF nicht peinlich? Soll etwa die Informationsfreiheit der Verbraucher da enden, wo die Förderung des Verbraucher-Ministeriums beginnt?"

 

Bisher müssen nach EU-Recht jegliche gentechnischen Verunreinigungen von Saatgut gekennzeichnet werden. "Save our Seeds" setzt sich dafür ein, dass dies so bleibt und wird dabei von über 200.000 Menschen und 300 Organisationen in ganz Europa unterstützt. Das Landwirtschaftsministerium will demnächst eine Novelle des Gentechnikgesetzes vorlegen. Die Gentechnik-Grenzwerte im Saatgut stehen vermutlich während der deutschen Ratspräsidentschaft Anfang 2007 auf der Tagesordnung der EU.

 

Die zensierte Anzeige von "Save our Seeds", in der unter dem Titel "Nie mehr ohne?" vor schwarzem Grund ein rotes Präservativ über einen goldenen Maiskolben gezogen ist, unter: www.saveourseeds.org

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