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Demnächst Ausschreibung für EU-Bio-Logo

von Redaktion (Kommentare: 0)


Rechtsanwalt Schmidt erklärte die Einführung der Verwendungspflicht für das künftige EU-Bio-Logo vergangene Woche in Frankfurt auf einem Seminar über die Änderungen im Bio-Bereich, als Tragödie in drei Akten mit Vorspiel. In Kürze soll ein Wettbewerb gestartet werden.

Das Vorspiel habe darin bestanden, dass die EU-Kommission 2006 gesagt habe, man müsse ein EU-Öko-Pflicht-Logo einführen, um die Verbraucher zu orientieren. Die Idee, stattdessen die Codenummern der Kontrollstellen zu vereinheitlichen und mit einem eindeutigen Biosignal auszustatten, sei nicht praktikabel, da die 1997 eingeführten Codenummern zwar auf allen Packungen stünden, sich aber von Mitgliedstaat zu Mitgliedstaat so sehr unterscheiden, dass noch nicht einmal Fachkenner die Codenummern etwa der polnischen Öko-Kontrollstellen als solche erkennen würden. Die jüngst erlassene Kommissionsverordnung 889/2008 sehe nun aber gerade die Vereinheitlichung der Codes und die Aufnahme eines Hinweises auf die ökologische Produktion in die Codenummer vor, so dass sich die Einführung eines neuen EU-Pflichtlogos eigentlich schon wieder erübrigt habe.

Der erste Akt im Dezember 2007 habe darin bestanden, dass die Kommission sich von einer Agentur eine Graphik (Bild) habe entwerfen lassen, die an das lachenden Gesicht der lange eingeführten Öko-Marke von Aldi erinnerte. Als Aldi nicht bereit gewesen sei, auf seine Abwehrrechte zu verzichten, habe die Kommission dieses Logo aufgegeben.

Im zweitem Schritt der Tragödie habe die Kommission nun in der Verordnung 889/2008 einen Öko-Gemeinschaftspflichtblock, bestehend aus dem künftigen Logo, direkt darunter die Codenummer der Kontrollstelle und noch darunter eine geographische Herkunftsangabe vorgesehen (Artikel 58). Mit der verpflichtenden Einführung des EU-Logos werde auch der Hinweis EU-Landwirtschaft oder Nicht-EU-Landwirtschaft oder beides Pflicht. Der so entstehende Öko-Pflichtblock sei derart unattraktiv, dass er wohl von kaum jemandem auf die Schauseite der Verpackungen gesetzt, sondern auf der Rückseite bei den anderen ungeliebten Pflichtelementen verschwinden werde. So biete sich den nationalen Bio-Siegeln, besonders dem deutschen, eine dauerhafte Chance für ein prominentes Fortbestehen.

Im dritten Teil der Tragödie werde nun in diesen Tagen ein Wettbewerb für junge Graphik- und Designstudenten ausgeschrieben. Danach sollen deren Entwürfe für das künftige EU-Öko-Logo im Internet bekannt gemacht werden und durch Internetabstimmung von den EU-Bürgern – ganz demokratisch – die fünf Besten ausgewählt werden. Den besten Entwurf wolle die Kommission dann den Mitgliedstaaten zur Annahme als künftiges Pflichtzeichen vorlegen. RA Schmidt fragte spitz, ob es der EU-Kommission wohl gelingen werde, kommunikationspsychologischen und markenrechtlichen Sachverstand in diesen neuen Entwicklungsversuch einfließen zu lassen.

Man müsse auch fragen, meinten die Referenten, ob das Logo lediglich mit dem Kürzel „Bio„ eingeführt werden solle, das in Frankreich, Deutschland, Österreich und Italien verstanden werde, oder ob auch „organic„ für den englischsprachigen Raum und „eco/eko„ für Länder wie Dänemark, Polen oder Spanien vorgesehen sind. Schmidt führte aus, dass dort eben andere Begriffe als „bio“ für die ökologische Landwirtschaft eingeführt seien und sogar Verwechslungsgefahr besteht: In Großbritannien gelte „bio“ als Kurzbezeichnung für Bio-Technologie und Gentechnik.

Infos von Seiten der EU-Kommission zum angekündigten Wettbewerb wird es auf dieser Internetseite geben:
http://ec.europa.eu/agriculture/organic/news/press-releases_de

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