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Drohende Schließung des Öko-Instituts Trenthorst

von Redaktion (Kommentare: 0)


Trotz des ungebrochen großen Interesses an den Forschungsergebnissen aus dem Öko-Institut Trenthorst (Bilder) bekamen die Bundestagsabgeordneten Ende Oktober 2006 ein Berliner Verwaltungskonzept auf den Tisch, das eine Schließung der Bundes-Einrichtung mit 80 Mitarbeitern vorsieht. Es droht ein Ende des Forschungsinstituts innerhalb von fünf bis zehn Jahren. Schon einmal war Trenthorst von Schließung bedroht. Mit dem Aufbau des Öko-Instituts wurde der Standort im Jahr 2000 gerettet.

 

Mit scharfer Kritik reagierte der BÖLW auf die Entwürfe für eine Neugestaltung der Ressortforschung im Verantwortungsbereich des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. "Um zu zukunftsfähigen und nachhaltigen Innovationen zu kommen braucht es eine ganzheitliche Forschung, die alle ökonomischen, ökologischen und sozialen Auswirkungen im Blick hat“, so Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, Vorstandsvorsitzender des BÖLW. Um dieser Anforderung zu entsprechen sei ein Institut einzurichten, das landwirtschaftliche Systemforschung und Ökologischen Landbau zum Inhalt hätte und dem alle ganzheitlich orientierten Forschungseinrichtungen zuzuordnen wären. „Hierzu gehört der Standort Trenthorst. Für seinen Aufbau wurden acht Millionen Euro investiert, und jetzt wird dort erstklassige Arbeit geleistet“, sagte Löwenstein. Der Geschäftsführer des BÖLW, Dr. Alexander Gerber, forderte Minister Seehofer auf, die vorgelegten Entwürfe zurückzuweisen.

 

Auch SPD-Bundespolitiker setzen sich für den Erhalt des Öko-Instituts Trenthorst ein. "Wir kämpfen das zweite Mal um Trenthorst", sagt Bundestagsabgeordneter Franz Thönnes. Es sei nicht nur das Vorzeigeinstitut in Schleswig-Holstein, sondern eine weltweit einmalige Forschungseinrichtung für Boden, Land, Stall, Lebensmittel. "Das Seehofer-Konzept ist eine Kampfansage an den ökologischen Landbau", bestätigte die Bundestagsabgeordnete Bettina Hagedorn (SPD) beim Besuch des Instituts.

 

"Überaus rügenswert ist es, dass die Ökolandbauforschung in Trenthorst eingestampft werden soll, nachdem die Aufbauarbeit gerade erst geleistet ist. Das ist ökonomisch nicht zu rechtfertigen und läuft dem Ziel der Biodiversitätsforschung zuwider, weil der Ökolandbau für die genetische Vielfalt eine wichtige Rolle spielt. Ebenso wenig ist die Absicht, noch mehr Ressourcen für die Gentechnik-Forschung bereit zu stellen, mit dem Ziel des Erhalts der Biodiversität und Biodiv-Forschung vereinbar", betonte auch BUND-Sprecherin Reinhild Benning.

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