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Dosch: Politik schuld an knapper Bio-Ware

von Redaktion (Kommentare: 0)


"Der hiesige Markt gibt nicht genügend her", sagte der Präsident von Bioland, Thomas Dosch. Er machte den Bauernverband und die Politik für die Knappheit mitverantwortlich. Es sei kein Wunder, dass sich zu wenige Landwirte trauten auf ökologische Produktion umzustellen. Dosch kritisierte die Förderpolitik: "Wer wie die Ökobauern etwas für die Umwelt tut, muss auf eine verlässliche Förderung vertrauen können." In den vergangenen drei Jahren hätten aber nur drei Bundesländer - Bayern, Thüringen und Niedersachsen - dauerhaft die Umstellung landwirtschaftlicher Betriebe auf Bio gefördert. Positiv: Die Bauern reagieren weiterhin deutlich auf den Ökoboom. 2006 wurden allein in Rheinland-Pfalz 100 Anträge auf Umstellung zur ökologischen Bewirtschaftung gestellt, berichtete Bioland-Landesvorsitzender Manfred Nafziger. Damit erhöht sich die Zahl der rheinland-pfälzischen Ökobetriebe auf 680, falls alle Anträge bewilligt werden.

 

Handel und Marketingexperten beklagen ebenfalls, dass die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln derzeit in Deutschland nicht ausreichend befriedigt werden kann. "Nicht einmal mit Produkten aus dem Ausland", hatte der Fachgebietsleiter für Agrar- und Lebensmittelmarketing an der Universität Kassel, Ulrich Hamm, erklärt.

 

Für den Anbauverband Biokreis sind die Engpässe in der Beschaffung von Rohstoffen zurzeit das drängendste Problem. Grund sei an erster Stelle eine falsche Preispolitik, die auch vor Bio nicht halt mache. Der Bio-Boom im Discounter unterliege denselben Marketing- und Vertriebsmechanismen wie im konventionellen Bereich: vieles zu kleinen Preisen. Stagnierende, kaum kostendeckende Rohstoff-Preise, seien jedoch kein Anreiz für kleine und mittelständische Bauern ihre Landwirtschaft weiter zu betreiben oder auf biologische Landwirtschaft umzustellen. „Natürlich ist es einfach, jetzt populistisch alles auf die Politik zu schieben. Obwohl sie ein gut Stück Verantwortung dafür trägt, ist es in erster Linie wichtig, für aufwendig biologisch erzeugte Produkte endlich adäquate Preise zu erzielen“, so Biokreis-Vorsitzender Sepp Brunnbauer.

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