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Die Kapitalismusdebatte fängt beim Brötchenkauf an

von Redaktion (Kommentare: 0)


Wenn 70 % der Bevölkerung den Kern der von SPD-Chef Franz Müntefering angestoßenen Kapitalismus-Debatte richtig finden, ist das eine ausgezeichnete Grundlage um entsprechend zu handeln, findet der neu gegründete Bundesverband der Regionalbewegung. Auf seiner jüngsten Vorstandssitzung in Kassel empfahl der Bundesverband bereits beim morgendlichen Brötchenkauf im Sinne der angestoßenen Debatte zu handeln.

Den derzeit noch über 17.000 Bäckereien in Deutschland ist durch inzwischen über 300 Discount-Bäckereien eine starke Konkurrenz erwachsen, die alle typischen Merkmale des Spannungsfeldes zwischen Globalisierung und regionalen Wirtschaftskreisläufen ausmacht. Während die Produktion von Massenwaren, der internationale Einkauf von tiefgefrorenen Teiglingen und Rationalisierungen die Discountbäckereien kennzeichnen, bildet das Bäckerhandwerk derzeit noch jährlich über 30.000 Auszubildende aus und arbeitet mit ausgebildeten Fachkräften.

Die Entwicklung wird nicht nur von Politik und Wirtschaft entschieden, sondern jeder Einzelne kann sein eigenes Lebensumfeld mit gestalten, setzt der Bundesverband der Regionalbewegung auf die Macht der Verbraucher beim Einkauf.

Da Discounter lediglich tiefgekühlte Teiglinge fertig backen und verkaufen, gelten sie nach dem Gesetz als Händler und nicht als Produzenten. Die Bedienung der Backöfen erfordert inzwischen nur einen einzigen Knopfdruck, so dass Discountbäckereien Hilfskräfte anstellen, die gerade mal 20 % der Gesamtkosten ausmachen. Bei den Bäckereien liegt dieser Prozentsatz hingegen bei 40 %, sie müssen sich um die deutsche Handwerksordnung mit ihren Gesellen- und Meisterprüfungen und den Einträgen in die Handwerksrolle kümmern.

Wenn der Preis nur noch das einzige Kriterium ist, nach denen Verbraucher entscheiden, wird die am Beispiel der Discountbäckereien skizzierte Entwicklung nicht aufzuhalten sein. Dagegen will der Bundesverband gemeinsam mit vielen Mitstreitern wieder mehr Menschen ein Verständnis dafür vermitteln, dass Lebensmittel viel mehr sind als billige Sattmacher. "Es ist nicht unanständig, für gutes Essen gutes Geld auszugeben, sondern sollte normal sein", bringt Heiner Sindel, 1. Vorsitzender des Bundesverbandes die Problematik bei der ersten Vorstandssitzung des neuen Verbandes in Kassel auf den Punkt.

http://www.tag-der-regionen.de (01.06.05)

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