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Deutscher Nachhaltigkeitsrat diskutiert über Öko-Landbau

von Redaktion (Kommentare: 0)


 In einer Stellungnahme Anfang Februar 2013 drückte der Rat für Nachhaltige Entwicklung seine Besorgnis über die Zukunft des ökologischen Landbaus aus: „...Die Weiterführung etlicher Betriebe steht in Frage. Probleme beim Generationswechsel, hohe Pachtpreise durch Flächenkonkurrenz, massiver und ungerechtfertigter Preisdruck in der Tierhaltung und Engpässe in der ökologisch verantwortbaren Futtermittelherstellung, begrenzen insbesondere in Deutschland den Öko-Landbau, trotz steigender Nachfrage.

Deshalb plädiert der Nachhaltigkeitsrat an die Politik, positive Perspektiven zu eröffnen und die weitere Entwicklung des Ökolandbaus im Rahmen der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik zu beschleunigen. Dem Öko-Landbau legt der Nachhaltigkeitsrat nahe, sich an den Grundsätzen des nachhaltigen Wirtschaftens auszurichten und dafür auch neue Wege zu gehen....“.Die nationale Nachhaltigkeitsstrategie der deutschen Bundesregierung definiert seit 2002 die Indikatoren „Ökolandbau“ und „Stickstoffüberschuss“, um die Zusammenhänge der Lebensmittelproduktion abzubilden: Die Strategie sieht folgerichtig vor, dass 20 % der landwirtschaftlichen Fläche ökologisch bewirtschaftet werden sollen – aufgrund der politisch weggefallenen zeitlichen Vorgabe ist man von diesem Ziel bekanntlich weit entfernt.

In seiner 64. Sitzung am 20.02.2013 diskutierte der parlamentarische Beirat für nachhaltige Entwicklung, ob die genannten Indikatoren ausreichend sind, um diese Nachhaltigkeitsziele einzuhalten; hierbei wurde auch der hohe Importanteil an Bioprodukten problematisiert wie die potenzielle Problematik von regionaler Vermarktung hinsichtlich Ökobilanzen. Namhafte RednerInnen vertraten fundiert die Vorzüge des vom Rat für Nachhaltige Entwicklung im Sommer 2011 als „Goldstandard“ bezeichneten Ökolandbau.

So sprach sich die Journalistin Tanja Busse engagiert z.B. gegen die verwässernde Einführung eines Nachhaltigkeitslabel parallel zum Bio-Siegel aus. Martina Fleckenstein vom WWF hingegen forderte ein Label für nachhaltige Produkte, das auch soziale Aspekte einbezieht, um mehr Transparenz und Glaubwürdigkeit herzustellen. Soziale Aspekte fehlen bekanntlich bisher in der Bio Verordnung. Das Fehlen von wirtschaftlichen Kriterien in der Bio Verordnung betonte der Vertreter Bundesministerium BMELV, Volker Niendieker und forderte auf, die Diskussion um Einführung eines Dachlabels für Nachhaltigkeit nicht den Beamten zu überlassen.

Wegweisend und Zufall, dass wenige Tage vor Veröffentlichung des aktuellen Eier-Skandals ExpertInnen um Transparenz und Glaubwürdigkeit von Zertifizierungssystemen diskutierten.
Die aufschlussreiche anderthalb stündige Sitzung ist im Internet zu sehen.

Die Autorin: Sigrid Alexander ist aufgrund ihrer 25-jährigen Tätigkeit in der Bio-Wertschöpfungskette als selbständige Beraterin für nachhaltige Lebensmittel aktiv. Die nachhaltigen Leistungen des Ökolandbaus auch in Zeiten fundamentaler Kritik weiter zu entwickeln ist ihr ein zentrales Anliegen.

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