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Der Faire Handel auf Erfolgskurs

von Redaktion (Kommentare: 0)


Wollen fair gehandelte Produkte ihren Erfolgskurs fortsetzen, müssen sie raus aus der Nische und stärker in die Regale von Supermärkten, Warenhäusern und Discountern. Über dieses Ziel diskutierten Vertreter aus Handel, Politik und Verbänden auf der BioFach 2006 in Nürnberg.

 

Auf der weltgrößten Leitmesse für die Bio-Branche tauschten sich die unterschiedlichen Teilnehmer der hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion: „Fairer Handel: Social Marketing und/oder Absatzförderer “ aus. Dabei stellte Volkmar Lübke, als Mitglied des Bundesvorstandes der VERBRAUCHER INITIATIVE e.V., Luuk Zonneveld (Geschäftsführer der FairTrade Labelling Organization International/FLO), Klaus Wilmsen (Leiter Qualitätssicherung/ Umweltschutzbeauftragter der Karstadt Warenhaus GmbH), Thomas Gutberlet (Vorstand tegut... Lebensmittelhandel),
Thomas Speck (Geschäftsführer gepa Fair Handelshaus) und Paul Werner Hildebrand (Geschäftsführer organic Marken-Kommunikation GmbH) die bundesweite Informationskampagne „fair feels good. “ vor. „Vielen Verbrauchern in Deutschland fehlten einer aktuellen Umfrage zufolge vor Beginn der bundesweiten Kampagne „fair feels good. “ 2003 relevante Informationen, um von der fairen Einstellung zur Kaufentscheidung von fairen Produkten zu kommen. „fair feels good. “ setzte sich zum Ziel, den Verbraucher nicht nur aufzuklären, sondern ihm einfach näher zu kommen – ihn dort abzuholen, wo er lebt, wo er arbeitet, wo er reist, wo er übernachtet.

 

Die Kampagne hat den Boden für viele neue Geschäftskontakte bereitet, den Fairen Handel mit seiner Neupositionierung bei neuen Zielgruppen ins Gespräch gebracht und den „Appetit “ auf die Produkte deutlich erhöht “, so Volkmar Lübke. Die Anzahl der Verbraucher in Deutschland, die regelmäßig oder gelegentlich fair gehandelte Produkte kaufen, ist im Vergleich zum Vorjahr um 3,8 % gestiegen. Das heißt, wenn 2,5 Millionen Verbraucher durchschnittlich nur 10 Euro in einem Jahr für fair gehandelte Produkte ausgegeben haben, dann müsste ein Umsatzplus von rund 25 Millionen Euro erzielt worden sein. Das wäre gleich bedeutend mit einer zweistelligen Zuwachsrate beim Umsatz fair gehandelter Produkte wichtiger Akteure. Diese Aussagen werden durch die aktuellen Umsatzzahlen von TransFair belegt, im 2. Halbjahr 2005 konnte ein Wachstum von 46 % gegenüber dem Vorjahr verzeichnet werden. Das gepa Fair Handelshaus, der größte Lizenznehmer des FairTrade-Siegels in Deutschland, rechnet im Geschäftsjahr 2005/2006 mit einem Umsatzzuwachs von bis zu 12 %.


Auch die Karstadt Warenhaus GmbH, so Klaus Wilmsen, kann von stetigen Umsatzzuwächsen berichten. Hier geht es um die Pflicht, sich für den Fairen Handel und seine Ziele zu engagieren: „Der Handel ist als Mittler zwischen Industrie und Verbraucher gefordert, einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung zu leisten, der sowohl soziale als auch ökologische und ökonomische Aspekte enthält. “ Fair gehandelte Produkte sind auf einem guten Weg, ihr Nischendasein im Lebensmittelbereich hinter sich zu lassen. Sie sind heute in den rund 800 Weltläden, rund 24.000 Supermärkten und zahlreichen Naturkostläden erhältlich. Dazu hat auch die Ausweitung des Sortimentes und die Einführung neuer Produktlinien beigetragen, wie z.B. Blumen, Wein und fair gehandelte Fußbälle. Fair gehandelte Produkte anzubieten, ist eine Investition in die Zukunft, so Thomas Gutberlet:
„tegut... Märkte führen fair gehandelte Produkte aus der Überzeugung, dass jeder am Wertschöpfungsprozess Beteiligte dazu befähigt sein sollte, weitere Leistungen erbringen zu können. “ Ziel sollte es daher zukünftig sein, dass der Faire Handel als selbstverständlicher wahrgenommen wird. Luuk Zonneveld: „Sowohl für den Bio-Sektor als auch für den Fairen Handel ist die große Herausforderung, Konsumenten, Märkte und Unternehmen so in ihre Konzepte und Wirkungsweisen zu integrieren, dass „business“ quasi-automatisch zur nachhaltigen Entwicklung beiträgt. Dies wird um so wichtiger, wenn Discounter und globale Unternehmen anfangen, sich für „Bio“ und „FairTrade “ zu interessieren.“

 

Die Entwicklung des Fairen Handels im In- und Ausland zeigt, dass wir in Deutschland noch ein sehr großes Kundenpotential erschließen können. „ Dabei gilt es, dafür zu sorgen, dass der hohe Qualitätsstandard gehalten, verbessert und vor allem bekannter wird. Das geht nur, wenn eine starke Marke für den Fairen Handel geschaffen wird. Auch die leichte Verfügbarkeit der Produkte für die interessierten Verbraucher muss gewährleistet werden können “, so Thomas Speck von der gepa.

 

Fazit: Die Informationsdefizite müssen noch mehr abgebaut werden. Das muss gemeinsames Ziel der Akteure des Fairen Handels, des Lebensmitteleinzelhandels und des Naturkostfachhandels sein. Für den Lebensmitteleinzelhandel bedeutet die Listung der fair gehandelten Produkte auch die Möglichkeit, sich positiv vom Angebot der Mitbewerber abzusetzen. Denn die Zahlen belegen, dass der Verbraucher bereit ist, fair gehandelte Produkte zu kaufen. Die Informationskampagne „fair feels good.“ kann darin unterstützen. Sie kann den Fairen Handel durch ihren öffentlichkeitswirksamen Auftritt neuen Zielgruppen näher bringen, das Interesse an den Produkten steigern und vielen neuen Geschäftskontakten den Fairen Handel als Baustein eines positiven Unternehmensimages
empfehlen. Daraus resultiert für die Fortschreibung der Erfolgsstory des Fairen Handels
eine hervorragende Ausgangsposition. Mehr Informationen unter: www.fair-feels-good.de

 

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