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Brandenburg und Sachsen fehlen Bio-Verarbeitungsbetriebe

von Redaktion (Kommentare: 0)


Der Ökologische Landbau in Brandenburg und Sachsen ist in diesem Jahr erneut gewachsen. Auch die Zahl der verarbeitenden Betriebe hat leicht zugenommen. Allerdings stimmt das Verhältnis zwischen beiden nicht. Die meisten Öko-Erzeugnisse können nicht vor Ort, sondern nur in anderen Bundesländern weiterverarbeitet werden. Die Wertschöpfung findet woanders statt.

Beispiel Lausitz: Die Höfegemeinschaft Gut Ogrosen würde die Milch ihrer 120 Milchkühe gern in Brandenburg weiterverarbeiten lassen. Doch dort gibt es keine Molkerei, die nach ökologischen Kriterien produziert und bestimmte Mengen aufnehmen kann. Also wird die Milch aus Ogrosen in der Küstenland Molkerei Rostock verarbeitet, schafft dort Arbeitsplätze und Umsatz - und sorgt für lange Verarbeitungswege.

Dieses Problem ist symptomatisch für die ökologische Land- und Ernährungswirtschaft in den fünf neuen Bundesländern. Was für den gesamten Osten Deutschlands gilt, ist in Brandenburg Rekord: Während der Flächenanteil des ökologischen Landbaus an der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche bundesweit Spitze ist, liegt der Anteil der Öko-Verarbeitungsbetriebe (ohne Landwirtschaft) weit unter Bundesdurchschnitt. In Sachsen gibt es ebenfalls zu wenige Verarbeitungsbetriebe. So wurde laut Agrarbericht 2004 des sächsischen Landwirtschaftsministeriums keine größere sächsische Molkerei für die Ökoverarbeitung gewonnen. Deshalb bauten einige Erzeuger ihre Hofverarbeitung aus.

Swantje Kohlmeier vom Anbauverband Gäa Sachsen sieht als Hemmnis für potenzielle Verarbeiter auch das mangelnde Know-How. Für Michael Wimmer, Geschäftsführer der Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg, ist klar, dass die Politik die Verarbeitung von Öko-Erzeugnissen vor Ort fördern muss, beispielsweise indem sie Unternehmen bei der Marktsondierung unterstützt und Marktforschung betreibt. Darüber hinaus könnte sie Investitionszuschüsse leisten. "Der Ökolandbau mit Verarbeitung ist ein nachhaltig wachsender Markt, den zu unterstützen mehr lohnt, als Großprojekte zu fördern."

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Im Juni 2005 war es zu einem ersten Treffen mit den ökologischen Anbauverbänden gekommen. Als Streitpunkt gilt nach wie vor der Einsatz der Gentechnik. Vorrangiges Ziel sei jedoch, den ländlichen Raum zu stärken, hieß es. Dabei habe die Landwirtschaft die Aufgabe, sowohl die Kulturlandschaft zu schützen als auch für die Erhaltung und Entstehung von Arbeitsplätzen zu sorgen.

Der ökologische Landbau hat in Brandenburg während der vergangenen Jahre stark zugenommen und macht mittlerweile knapp zehn Prozent der landwirtschaftlichen Gesamtfläche aus. Laut Agrarbericht bewirtschaften gegenwärtig 732 Unternehmen rund 127 000 Hektar Fläche; das sind 100 Betriebe und etwa 16 000 Hektar mehr als vor zwei Jahren.
(30.08.05)

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