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Bio-Landbau in der Schweiz fordert Schutz vor GVO-Kontaminierung

von Redaktion (Kommentare: 0)


Der Schweizer Bundesrat Joseph Deiss traf sich Mitte Oktober zu ausführlichen Gesprächen mit der Spitze der Produzentenverbände Bio Suisse und Demeter. Man sei sich "auf breiten Feldern" einig, sagte Deiss. So solle der Biolandbau auch aus der Sicht des Bundes ein wichtiger Bestandteil der Schweizer Landwirtschaft bleiben. Aber es gab auch wesentliche Differenzen: Der Bundesrat ist der Meinung, dass die ökologischen Ziele in der Landwirtschaft weitgehend erreicht seien. Stefan Odermatt, Geschäftsführer der Bio Suisse erklärte hingegen, die ökologischen Ziele seien "noch längst nicht erreicht". Man verlange deshalb, dass der Bundesrat Ökologie und Tierwohl auch in der Agrarpolitik 2011 als Handlungsachse formuliere, eine reine Konsolidierung genüge nicht.

Unterschiedlicher Meinung sind die Biobauern und der Bundesrat auch bei der so genannten Gesamtbetrieblichkeit. Der Bund sieht in der AP 2011 vor, dass der biologische Anbau von Dauerkulturen (Obst- oder Weinpflanzungen) auf Betrieben, die ansonsten nur den ökologischen Leistungsnachweis erfüllen, möglich sein soll. Aus Sicht der Bioverbände müssen Biohöfe als Ganzes biologisch geführt werden.

Die Bio Suisse wünscht sich vom Bund vor allem, dass alles getan wird, um den Biolandbau vor Verunreinigungen mit gentechnisch veränderten Organismen (GVO) zu schützen.
Die Umweltorganisation Greenpeace hatte in diesem Zusammenhang auf negative Erfahrungen von kanadischen Bauern verwiesen. Dort habe der großflächige Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen der ökologischen Landwirtschaft massiv geschadet. Früher oder später komme es zu einer Verunreinigung durch gentechnisch veränderte Organismen. Verseuchtes Saatgut und verunreinigte Ernten schmälern den wirtschaftlichen Erfolg von Bauern und Imkern. "Immer mehr Bio- Betriebe in Kanada verlieren ihre besten Absatzmärkte in Europa und Asien", erklärte der kanadische Imker Anicet Desrochers. Ökologisch bearbeitete Felder bräuchten riesige Distanzen zu den Kulturen von Gentech-Pflanzen. Eine Koexistenz sei jedoch selbst in einem großen Land wie Kanada nicht möglich, sagte Desrochers. Die kleine Schweiz warnte er davor, "solche Fehler zu machen". Die Erfahrungsberichte aus Kanada wertet Greenpeace als Plädoyer für ein Ja zur Gentechfrei-Initiative, die am 27. November zur Abstimmung kommt. Angesichts dieser Erfahrungen sei auch die Koexistenz-Verordnung, die derzeit in Vernehmlassung ist, untauglich, sagte Bruno Heinzer von der Genschutz-Kampagne Greenpeace. (28.10.05)

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