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Betrug bei Bio-Futtergetreide?

von Redaktion (Kommentare: 0)


Konventionell erzeugte deutsche Gerste soll über Italien als Bio-Gerste nach Österreich gekommen sein, berichteten die Salzburger Nachrichten. Mehrere tausend Tonnen falsch deklarierter Ware liegen derzeit in Sperrlagern. Wie viel davon auf den Markt gekommen ist, ist unklar.

Andreas Kocourek, Drittel-Eigentümer der Agentur für Biogetreide warnte in einem Schreiben an Geschäftspartner vor Direktimporten. Er erklärte, dass es bei einer italienischen Firma, über die sein Unternehmen Biogetreide importierte, immer wieder Verunreinigungen mit Lagerschutzmitteln und Pestiziden gab. Von mehr als 500 Lieferungen dieses Lieferanten zwischen November 2007 und September 2008 waren laut Kocurek fast 100 Lieferungen falsch deklariert. Sowohl bei Gerste als auch bei Mais ließen die Italiener laut Kocourek erkennen, dass vor allem in Salzburg und Oberösterreich Erzeuger von Biofuttermitteln diese Ware übernehmen würden. Ein deutscher Getreidelieferant soll an die betreffende italienische Firma in großem Stil konventionelle Ware aus dem Raum Bamberg geliefert haben. Untersuchungen bestätigten, dass genau diese Ware als „italienische“ Bio-Gerste nach Österreich kam.

Der Geschäftsführer der Agentur für Biogetreide, Heinz Kaltenbäck spricht dagegen nicht von einem Skandal, sondern von einem Zeichen, dass die Kontrollen bei der Einfuhr funktionieren. Von pauschalem Etikettenschwindel im Ausland könne nicht ausgegangen werden: "Von einer Systematik möchte ich nicht sprechen, aber es wird natürlich ab und zu geschummelt."

Importiert wird Biogetreide grundsätzlich nur als Futtermittel. Welche Mengen eingeführt werden, hängt von der heimischen Ernte ab, erläutert Bio Austria-Obmann Rudi Vierbauch. Verbandsmitglieder dürfen nur über die Agentur für Biogetreide importieren.

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