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Bio-Bauern kämpfen mit Kürzungen

von Redaktion (Kommentare: 0)


Trotz der wirtschaftlich schwierigen Zeiten konnten ökologisch wirtschaftende Betriebe in den vergangenen Jahren auch im Kreis Pinneberg zahlreiche neue Arbeitsplätze schaffen. Doch viele der schleswig-holsteinischen  Biobauern sehen ihre Zukunft in Gefahr. Die Kieler Landesregierung hat beschlossen, die Förderung für die Bio-Bauern zu streichen.

 

„Bisher hatte es vom Land bei der Umstellung auf den ökologischen Landbau in den ersten beiden Jahren 285 Euro pro Hektar gegeben“, berichtete der norddeutsche Bioland-Verband. Die Geschäftsführerin und einige Mitglieder trafen sich mit dem Elmshorner SPD-Bundestagsabgeordneten Dr. Ernst Dieter Rossmann. Nach den Worten der Geschäftsführerin fällt zudem die bisherige Dauerförderung von 160 Euro pro Hektar weg. Kiel genehmige bereits seit dem vergangenen Jahr keine Neuanträge mehr.

 

Das SPD-Umweltforum auf Kreisebene errechnete, dass nach Auslaufen des Förderprogramms den insgesamt 450 schleswig-holsteinischen Bio-Höfen nicht nur jährlich 740.000 Euro an Landesmitteln verloren gehen. Auch die daran gekoppelten Bundes- und EU-Zuschüsse von 3,9 Millionen Euro würden dann nicht mehr ausbezahlt.

 

Auch der Unternehmer Günther Fielmann äußerte sich besorgt über die Lage der Bio-Bauern. "Unter den gegenwärtigen Rahmenbedingungen werden in Deutschland mittelfristig zwei Drittel der Bio-Betriebe vom Markt verschwinden", sagte der Inhaber der gleichnamigen Augenoptik-Kette und Bio-Landwirt auf einem Ökologietag an der Christian-Albrechts-Universität in Kiel.

 

Fielmann bewirtschaftet in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern zwei Betriebe nach biologischen Richtlinien. Nach eigenen Angaben erzielt er mit seiner Landwirtschaft nur eine Verzinsung von knapp 1,5 % auf das eingesetzte Kapital. Er verglich dieses Resultat mit der Fielmann AG, einem der bedeutenden Unternehmen in der Augenoptik. Die AG erwirtschaftete im vergangenen Geschäftsjahr eine Kapitalverzinsung von 27,5 % vor Steuern und damit mehr als das achtzehnfache der Landwirtschaft, so Fielmann. Im Rahmen des Projektes Hof Ritzerau initiierte der Unternehmer eine Effizienzanalyse für biologisch wirtschaftende Betriebe. Das ernüchternde Ergebnis: Die Mehrheit der Betriebe zehrte im Beobachtungszeitraum vom Eigenkapital, lebte also von der Substanz. Besonders bei den Marktfruchtbetrieben würden nur 25 % Prozent der untersuchten Bio-Höfe ein positives Ergebnis aufweisen.

 

 

 

 

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