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Billig-Bio im Discount ist teuer erkauft

von Redaktion (Kommentare: 0)


Nachdem der Markt für Bio Nahrungsmittel boomt, andererseits die Bio-Getreideernte des Jahres 2006 hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist, ergibt sich eine Knappheit bei Futtergetreide für Bio-Betriebe. Die Engpässe werden nun innerhalb der EU dazu benutzt, mehr konventionelles Futter für Bio-Legehennen zuzulassen, obwohl der Verbraucher erwartet, dass nur 100 % Biofutter zum Einsatz kommt, damit ein Ei auch Bio Ei genannt werden darf.

 

Tatsache ist jedoch, dass bis zu 25 % konventionelles Futter im Anteil landwirtschaftlicher Erzeugnisse in der Tagesration bis zur Weizenernte 2007 z.B. aktuell in Österreich eingesetzt werden. Dennoch darf laut EU-Bio-VO der Jahresdurchschnitt von 15 % konventionellem Futter nicht überschritten werden. Das ist laut Walter Höhne, Geschäftsführer der Erzeugergemeinschaft CW Öko Ei, eine Milchmädchenrechnung, denn dann müsste rein rechnerisch ab September fast 100 % Bio gefüttert werden, um den Schnitt zu erhalten.

 

Vor dem Hintergrund, dass die Nichtverfügbarkeit durch die Öko Kontrollstellen überprüft wird, gleichzeitig aber große Partien an Biofutter z.B. aus Österreich exportiert werden,  steigt die Vermutung, dass diese Situation durch Spekulationen seitens der Futtermittelwerke entstanden sein könnte. Daher ist das Billig-Bio-Ei aus dem Discounter eigentlich eine Mogelpackung, da es kein hundertprozentiges Bio-Ei ist und auch zumeist nicht aus bäuerlich strukturierten Betrieben. Durch Ausnahmeregelungen im Futtermittelbereich ist zu befürchten, dass die Ziele bis 2011 in der ökologischen Tierhaltung auf 100 % Biofutter zu kommen in weite Ferne rücken.

 

In regionalen und durchdachten Strukturen funktioniert 100 % Bio dagegen durchaus. „Auch wenn es teurer und aufwändiger ist die Legehennen mit reinem Biofutter zu versorgen, für uns gibt es keine Alternativen und keine Ausnahmen“, so Walter Höhne, der die 100 % Biofütterung als festen Bestandteil in den Richtlinien der Gemeinschaft festgehalten hat.

 

Die KAT, Verein für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen e.V., hat in niederländischen und italienischen Bio-Legebetrieben GVO-Bestandteile im Futter nachgewiesen. Die KAT hat die Lieferungen der Eier als Bioware zwar vorsorglich unterbunden, aber die Frage bleibt, sind alle Betriebe aufgedeckt worden und welchen Sinn hat biologische Landwirtschaft, wenn durch die vielen Ausnahmeregelungen im Namen der EU immer wieder konventionelle Komponenten bis hin zur Gentechnik in unsere Lebensmittel kommen.

 

 

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