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Bauern wollen "Linda" retten - AbL und IGN unterstützen Erhalt der beliebten Kartoffel

von Redaktion (Kommentare: 0)


Der Plan des Kartoffelzüchters Böhm/Europlant (Lüneburg), die bekannte Kartoffelsorte "Linda" vom Markt zu nehmen, sorgt für gewaltige Unruhe unter den Kartoffelanbauern. "Ich lasse es mir nicht verbieten, auch weiterhin gesunde und gutschmeckende Kartoffeln zu erzeugen und den Verbrauchern anzubieten", so Karsten Ellenberg, Bio- Kartoffelanbauer und Züchter in Barum (Kreis Uelzen). Ellenberg lobt die Sorte "Linda" mit ihrem tiefen gelben Fleisch und dem sehr guten buttrigen, cremigen Kartoffelgeschmack. Laut vielen Verbraucheraussagen ist "Linda" die bestschmeckende Kartoffelsorte. Der Sortenschutz, der für Lizenzeinnahmen des Züchters sorgt, ist für die Sorte "Linda" nach 30 Jahren zum Jahresende 2004 erloschen. Ab 2005 wäre der Nachbau dieser Sorte für alle Bauern gebührenfrei möglich. "Der Züchter Böhm/Europlant möchte aber lieber seine neuen, mehr Geld einbringenden Kartoffelsorten verkaufen und hat die Zulassung von "Linda" zurückgezogen, so dass nach geltendem Verfahren beim Bundessortenamt kein anderer Züchter die Zulassung aufrecht erhalten kann", so Ellenberg. Kartoffelvermehrenden Bauern, die "Linda" im Frühjahr anbauen wollten, wurde vor Jahresfrist von der Firma Böhm/Europlant mitgeteilt, dass sie kein "Linda"-Basis- Pflanzgut mehr erhalten. Es gibt lediglich zum letzten Mal einfach zertifiziertes Pflanzgut zur Speisekartoffelerzeugung.

"Bauern durch ihren Anbau und Verbraucher durch ihren Konsum haben doch gemeinsam dazu beigetragen, die "Linda" groß und bekannt zu machen, und viele bäuerliche Direktvermarkter haben durch den Verkauf von "Linda" ihre Wirtschaftlichkeit erhöht", so Ellenberg, der "Linda" nicht sterben lassen will. Und er findet Verbündete. "Wir lassen es nicht zu, dass die "Linda", die An- und Nachbaurechte der Bauern und die Wünsche der Verbraucher durch den Kartoffelmonopolist Böhm/Europlant (65% Marktanteil bei Kartoffeln) plattgemacht werden", so Georg Janßen aus Lüneburg, Bundesgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und der Interessengemeinschaft gegen die Nachbaugesetze und Nachbaugebühren(IGN). Die AbL und die IGN unterstützen Ellenberg bei seinem Plan, einen "Linda"-Freundeskreis unter Bauern und Verbrauchern aufzubauen. "Damit können wir "Linda" retten und sowohl auf politischem als auch auf rechtlichem Wege die Verantwortlichen in der Politik und die Öffentlichkeit zum Handeln bewegen", so Ellenberg und Janßen. Ellenberg selbst hat sogleich beim Bundessortenamt in Hannover eine Wiederzulassung von "Linda" beantragt. Interessierte Bauern und Verbraucher können sich bei Karsten Ellenberg melden (T.05806-304, Fax: 05806-1250). (14.01.05)

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