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Basic stoppt Aktienverkauf an Lidl

von Redaktion (Kommentare: 0)


Nach heftigen Protesten von Kunden und Lieferanten hat die Bio-Supermarktkette Basic nach Informationen der Süddeutschen Zeitung den Verkauf weiterer Aktien an die Schwarz-Gruppe, zu der auch der Discounter Lidl gehört, gestoppt. Schwarz hatte Anfang August den Altaktionären von Basic ein Übernahmeangebot gemacht, mehrere Anteilseigner hatten auch Verkaufsabsichten bekundet. Diesen Verkäufen müsse der Vorstand jedoch zustimmen. Nun habe die Basic-Spitze - neben Spanrunft der Firmengründer und Finanzvorstand Johann Priemeier - ein Veto eingelegt. Damit wird die Schwarz-Gruppe vorerst nicht die Mehrheit an der Münchner Aktiengesellschaft übernehmen.

(Bild: Attac-Proteste in München führten nun zum Erfolg)


Basic-Vorstandsvorsitzender Josef Spanrunft sagte der Süddeutschen Zeitung, dass sich der Vorstand zu diesem Schritt entschlossen habe, weil der öffentliche Druck zu groß geworden sei. Es sei "sehr viel Unruhe" in das Unternehmen gekommen, so Spanrunft, weil viele Kunden gegen die Kooperation mit Schwarz protestierten und mehrere Lieferanten die Geschäftsbeziehungen zu Basic aufkündigten. "Es ist viel Porzellan zerschlagen worden", sagte Spanrunft. Man wolle nun auf die Stimme der Kunden und Lieferanten achten. Ob mit dem Vorstands-Veto die Mehrheitsübernahme durch Schwarz endgültig vom Tisch sei, sei noch offen. Man wolle abwarten, so Spanrunft, "was die Zeit bringt". Die Schwarz-Gruppe wollte den Verkaufsstopp nicht kommentieren. Noch am Samstag hatte Spanrunft gegenüber der SZ beklagt, dass Basic der Prügelknabe der Bio-Branche sei. Auch der drohende Lieferstopp durch Dennree, der für Ende September angekündigt war, dürfte Basic erhebliche Kopfzerbrechen bereitet haben. 


Nach dem Ausstieg des Großhändlers Dennree hatte auch der regionale Großhändler für den Münchner Raum, Tagwerk, angekündigt, Basic ab Mitte September 2007 nicht mehr zu beliefern.

 

Tagwerk (Bild: Markt in Gröbenzell) hat die Geschäftsmethoden von Lidl und anderen Discountern in letzter Zeit wiederholt angeprangert. Der Druck, den Lidl mit seiner aggressiven Preispolitik auf die Erzeuger und Handelspartner ausübt, bringt massive Nachteile für die sozialen und ökologischen Produktionsbedingungen sowie für die Qualität der Produkte. Basic, so befürchtet Tagwerk, würde sich dem Einfluss seines finanzstarken Teilhabers auf Dauer nicht entziehen können.

 

Für Tagwerk ist die Zusammenarbeit mit dem Schwarz-Lidl-Konzern der traurige Höhepunkt einer unerfreulichen Entwicklung. Mit der Philosophie von Tagwerk ist dies nicht mehr vereinbar. „Wir setzen auf Regionalität, auf Transparenz, auf handwerkliche Verarbeitung und auf faire Preise“, so Klaus Hutner vom Vorstand der Tagwerk e.G. „Unsere Glaubwürdigkeit steht auf dem Spiel, wenn wir mit Lidl Geschäfte machen.“ Man wolle ein Unternehmen, das auf Expansion um jeden Preis setzt und sich dazu marktradikale Partner sucht, nicht mehr beliefern, heißt es in einer Tagwerk-Pressemeldung.

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