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Basic: Führte blindes Vertrauen in die Katastrophe?

von Redaktion (Kommentare: 0)


Der Journalist Bernd Kastner berichtete am 16. Mai 2008 ausführlich in der Süddeutschen Zeitung, wie es zum Verkauf eines Teils der Basic-Aktien an die Schwarzgruppe (Lidl) kommen konnte. Als Schlussfolgerung lässt sich nur feststellen, dass es sich um unglaublichen Leichtsinn sowie ein gerüttelt Maß an Naivität bei einigen der Eigentümer sowie dem Aufsichtsrat gehandelt haben muss. Kastner deckt in seinem Bericht die Details des Hergangs der Geschichte auf, die zum heimlichen Verkauf der Aktien und letztlich zum Umsatzrückgang bei Basic und dann wiederum zum Ausstieg aus dem Schwarz-Deal geführt haben. In wieweit möglicherweise kriminelle Machenschaften im Spiel waren, wie die Basic-Führung annimmt, wird noch gerichtlich zu klären sein. Jedenfalls wurde vor kurzem (wir berichteten) Anzeige gegen den ehemaligen Finanzvorstand und Drahtzieher des Schwarz-Geschäftes, Johann Priemeier, erstattet.

 

Die Allianz zwischen Basic und der Schwarzgruppe wurde über die Basic GmbH, die 10 % der Basic Aktiengesellschaft hielt, eingefädelt. An dieser GmbH hatte die Basic AG 49 %, Priemeier hielt 33 % und Georg Schweisfurth 18 %. Ziel war es, einen Investor zu finden, der kräftig Geld in das Unternehmen schießt, um so die Expansion zu beschleunigen.
Vor einem längeren Urlaub im Sommer 2006 übertrug Georg Schweisfurth (Bild/Attac) dem langjährigen Weggefährten Priemeier eine Blankovollmacht für den Fall, dass schnell gehandelt werden müsste, so die SZ.

 

„Es dauerte aber bis Oktober, ehe Priemeier den Schweisfurth-Anteil für die vereinbarten 480.000 Euro veräußerte“, was Schweisfurth mit einer zweiten Unterschrift abgesegnet habe. „Käufer war die Mercatum GmbH, und diese wiederum gehörte Priemeier selbst. Nun hielt er selbst 51 Prozent der Anteile an der Basic GmbH und hatte damit das Sagen über zehn Prozent der Basic-Aktien.“ (Zitate aus der Süddeutschen Zeitung vom 16.5.2008, des Artikelteils „Kompliziert und lukrativ“, der nicht im Internet steht). Kurz vor Weihnachten 2006 habe nun Priemeier einen neuen Investor, nämlich die Schwarz-Gruppe, gefunden. „Am 20. Dezember verkaufte er in seiner Eigenschaft als Vorstand den AG-Anteil an der GmbH an einen Treuhänder. Die AG erhielt für ihre 49 Prozent 1,3 Millionen Euro“, laut SZ. Im Anschluss sei der Teil der Aktien, der Mercatum gehörte, nämlich die zuvor für 480.000 Euro erworbenen 18 % von Georg Schweisfurth, für „gut eine Million“ Euro weiterverkauft worden.

 

Erst im Februar 2007 seien dann die Anteile, die zwischenzeitlich der Treuhänder hielt (49 % + 18 %) an die Omega GmbH + Co. KG veräußert worden, die zum Schwarz-Imperium gehöre. „Am selben Tag veräußerte auch Priemeier seinen 33-Prozent-Anteil an der Basic GmbH, und zwar an Omega. Für 1,9 Mio. Euro.“ (Zitat SZ).


Damit hatte sich die Schwarz-Gruppe für die preiswerte Summe von rund 4,2 Mio. Euro bei Basic eingekauft. Offensichtlich war Priemeier bis Oktober 2007 Vorstand der Basic GmbH, die mittlerweile ganz der Schwarz-Gruppe gehörte und in AWV umbenannt worden war. „Damit diente er zwei Herren: als Finanzvortand der Basic AG und als AWV-Geschäftsführer dem Discount-König Dieter Schwarz.“ Erst Anfang März habe Priemeier den Basic-Aufsichtsrat schriftlich über den Partner, der der drittreichste Deutsche sein soll, informiert.

 

Tipp:
SZ-Artikel vom 16.5.2008
- Pannenshow im Bio-Markt  

- "Kompliziert und lukrativ", Seite 42 in der Printausgabe. 
 

 

 

 

 

 

 

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