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BÖLW fordert Vorrang für das Vorsorgeprinzip: Gentechnikfreie Landwirtschaft auf Dauer sichern.

von Redaktion (Kommentare: 0)


Bei der Anhörung zur Agro-Gentechnik von Bundesminister Seehofer am 20. April 2006 begrüßte der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) die Bereitschaft des Ministers, in einen breiten Dialog mit allen Betroffenen eintreten zu wollen. "Das Vorsorgeprinzip muss größte Bedeutung haben. Der Gesetzgeber ist in der Verantwortung dafür Sorge zu tragen, dass auch künftig und auf Dauer Landwirtschaft und Lebensmittelerzeugung ohne Gentechnik möglich bleiben", so der BÖLW-Vorsitzende Dr. Felix Prinz zu Löwenstein (Bild) bei der Anhörung. „Echte Wahlfreiheit verlangt, dass die Kosten für Vorsorgemaßnahmen von denjenigen getragen werden, die sich von der neuen Technologie Gewinne versprechen. Sonst kommt es zu der grotesken Situation, dass die Menschen höhere Preise für normale Lebensmittel zahlen müssen, weil einige wenige auf den Einsatz der Gentechnik setzen" so Löwenstein weiter.

 

Als Unsinn bezeichnete Peter Röhrig, Gentechnikexperte beim BÖLW, das Ansinnen der Pharmabrache Pflanzen zur Medikamentenproduktion nutzen zu wollen: „Bei den zu erwartenden Auskreuzungen ist damit zu rechen, dass sich verschreibungspflichtige Wirkstoffe in normalen Lebensmitteln wieder finden.“

 

Der BÖLW legte dem Minister seine Forderungen hinsichtlich der Gentechnik-Gesetzgebung vor:

 

- Umsetzung des Verursacherprinzips bei der Haftung, insbesondere für alle real entstehenden Schäden durch GVO-Verunreinigung (egal welcher Höhe).

- Übernahme aller Kosten bei der Auskreuzungsüberwachung auf Nachbarfelder durch die Gentechnik-Anwender (z.B. Analysen).

- Erlass einer EU-Verordnung welche die Gentechnik-Anwendung regelt.

- Kennzeichnung von Gentechnik-Verunreinigungen im Saatgut ab der Nachweisgrenze.

 

Der BÖLW wies auf die jüngst bekannt gewordenen Sicherheitsbedenken der EU bezüglich gentechnisch veränderter Nahrungs- und Futtermittel hin, die diese gegenüber der WTO dargestellt hatte. „Das zeigt, wie vernünftig es ist, restriktiv und vorsichtig an die Agro-Gentechnik heranzugehen. Es bleibt unverständlich, weshalb die EU-Kommission immer wieder gegen die Mehrheit der Mitgliedsstaaten die Zulassung gentechnisch veränderter Mais-Sorten durchgesetzt hat“, erklärte der Vorsitzende des BÖLW.

 

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