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BÖLW: Koexistenz hat ohne Haftung keine Zukunft

von Redaktion (Kommentare: 0)


Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) übt scharfe Kritik an den Aussagen des Koalitionsvertrages zur Gentechnik. "Es ist absurd, Wahlfreiheit für Verbraucher und Landwirte zu versprechen, wenn gleichzeitig die Verursacher-Haftung gekippt und die Gentechnik einseitig gefördert werden soll", so Dr. Felix Prinz zu Löwenstein (Bild),
Vorsitzender des BÖLW.

Damit werde der Fortbestand tausender Unternehmen und 150.000 Arbeitsplätze in der Ökologischen Lebensmittelwirtschaft ohne Not gefährdet. Die Branche weise seit Jahren Zuwachsraten von 10-15 % auf. Im Bereich der Agro-Gentechnik hingegen seien nach einer aktuellen Studie von Ernst & Young gerade einmal ca. 400 Arbeitsplätze angesiedelt.

"Mit der geplanten Beweislastumkehr werden diejenigen aus der Verantwortung entlassen, die sich einen Gewinn aus der Anwendung der Gentechnik versprechen. Dies führt in der Praxis zu einem nachlässigen Umgang mit der Gentechnik und zu einer Ausweitung von Schadensfällen. Wie die Koalitionäre unter solchen Vorzeichen die Wirtschaftsbeteiligten zu einem
Ausgleichfonds bewegen wollen, bleibt ein Rätsel", so Löwenstein. "Dazu kann sie nur der Druck einer umfänglichen und verschuldensunabhängigen Haftung bewegen!"

Dem BÖLW ist es unverständlich, weshalb das Koalitionspapier vorsieht, der Agro-Gentechnik zu einem Vorteil zu verhelfen. In einer Situation, in der die Verbraucher gentechnisch
verändertes Essen ablehnten und die zum Anbau angebotenen Gen-Pflanzen keinerlei Vorteil böten, der das damit verbundene Risiko wert sei, müsse etwas ganz Anderes im Vordergrund stehen: unter dem Gesichtspunkt vernünftiger Vorsorge sicherzustellen, dass auch weiterhin Landwirtschaft ohne Gentechnik stattfinden kann. Genau dies sei aber gefährdet, wenn die geltenden Haftungsregeln aufgeweicht würden.

Der BÖLW verlangt zudem die Formulierung von Abbruchkriterien für nicht koexistenzfähige Pflanzenarten. Wenn sich erweist, dass eine genmanipulierte Pflanze nicht eingrenzbar ist, müsse ihr Anbau beendet bzw. gar nicht erst zugelassen werden. So müsse der Anbau von Gen-Raps von vorneherein ausgeschlossen bleiben.

Der BÖLW, in dem die Verbände der landwirtschaftlichen Erzeuger, der Verarbeiter und Händler von Öko-Lebensmitteln zusammengeschlossen sind, fordert von der künftigen Bundesregierung, der Wahlfreiheit von Verbrauchern und Landwirten - nicht nur rhetorisch - Priorität einzuräumen
und die gentechnikfreie Lebensmittelerzeugung auf Dauer zu sichern. (14.11.05)

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