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BASF blufft mit Gentech - Kartoffel

von Redaktion (Kommentare: 0)


"Die multinational tätige Chemiekonzern BASF hat öffentlich angekündigt, rechtliche Schritte gegen die EU Kommission einzuleiten, falls diese die Zulassung für die gentechnisch veränderte Stärkekartoffel Amflora weiter nicht genehmigt. Wenn die rechtliche Lage tatsächlich so klar wäre, fragt man sich, warum die BASF in den vergangenen Tagen ganzseitige Anzeigen in den großen Tageszeitungen geschaltet hat, um für die Zulassung ihrer Kartoffel zu werben. Immerhin haben die Anzeigen der BASF eine Menge Geld gekostet", erklärt Friedrich Wilhelm Graefe zu Baringdorf, stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung im EU Parlament. "Die BASF versucht in ihrer Anzeige, mit falschen Angaben segensreiche Wirkungen der Gentechnik zu beschwören. Die Behauptung, Stärkeindustrie und Bauern würden auf den Einsatz der Kartoffel warten und könnten auf einen Mehrgewinn von 100 Millionen Euro hoffen, ist reiner Bluff."

 

"Die BASF pokert gegen die Bauern. Amflora ist patentgeschützt. BASF will mit dem Exklusivrecht die Kartoffel gar nicht in den Besitz der Bäuerinnen und Bauern übergehen lassen, sondern den Stärkefabriken Lizenzen verkaufen. Die Bauern dürfen dann im Lohn die Kartoffeln anbauen. Wenn durch Amflora ein Mehr-Gewinn erzielt werden sollte, wird  diesen an erster Stelle die BASF einstreichen, und die Stärkeindustrie würde eventuell durch die veränderte Stärkezusammensetzung der Kartoffel einen Verarbeitungsschritt einsparen", so Graefe zu Baringdorf, Europaabgeordneter für Bündnis 90/Die Grünen.

 

"Die Landwirtschaft würde mit Amflora Märkte verlieren. Die Mehrheit der Verbraucherinnen und Verbraucher in Europa, aber auch in anderen Teilen der Welt, wollen gentechnikfreie Nahrung: Gentechnikfrei ist ein Gütesiegel. Damit gibt es für die gentechnikfreie Landwirtschaft Europas einen Markt für Qualitätslebensmittel, den sie sich nicht durch die Untermischung von gentechnisch veränderten Kartoffeln oder anderen Pflanzen kaputt machen lassen darf."

 

"Die Kommission hat gute Gründe, die Zulassung der Kartoffel gründlich zu überprüfen. Amflora trägt ein Gen in sich, das Organismen gegen die Antibiotika Kanamycin und Neomycin resistent macht. Diese Antibiotika werden von der WHO als wichtige Medikamente eingestuft. Ein Transfer des Gens auf im Boden lebende Bakterien kann nicht vollständig ausgeschlossen werden", so Graefe zu Baringdorf. "Zudem enthalten die von der BASF für die Amflora eingereichten Zulassungsunterlagen keine Untersuchung der Auswirkungen des Anbaus auf Insekten und die Umwelt. Auch eine strikte Trennung der GV-Stärkekartoffel von Speisekartoffeln im Anbau, beim Transport und in der Verarbeitung wird BASF nicht garantieren können."

 

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