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Ausnahmeregelung bei Demeter-Getreide

von Redaktion (Kommentare: 0)


Der Vorstand von Demeter hat aus Gründen der Rohstoffknappheit entschieden, zeitlich befristet und in Form von Ausnahmegenehmigungen eine Beimischung von bis zu 30 % kbA-Getreide in Demeter-Produkte zu erlauben, um Demeter-Verarbeitern eine Überbrückung des Engpasses bei Demeter-Getreide zu ermöglichen. Hersteller, die Nicht-Verbandsware beimischen, sind aufgefordert, die Verbraucher darüber zu informieren. So soll der drohende Mangel an Demeter-Getreide bis zur nächsten Ernte überbrückt werden. Die extrem schlechte Getreideernte im Sommer 2007 für zwingt zu einer ungewöhnlichen Ausnahme, teilt Demeter mit.

 

Wenn die Ausnahmegenehmigung verweigert worden wäre, hätten vor allem die Demeter-Bäcker ab Juli nur noch Bio statt Demeter liefern können. Dann hätten Tüten und Info-Materialien verändert werden müssen, argumentiert der Verband. Auslistungen von Demeter-Produkten im Handel wären zwangsläufig erfolgt, fürchten die Verantwortlichen. Deshalb sei es notwendig, den Herstellern zu ermöglichen, vorübergehend die bio-dynamischen Rohstoffe mit Bio-Getreide zu ergänzen. Um das Vertrauen aller Marktpartner in die Marke Demeter zu erhalten, wurde zu der Ausnahmeregelung  eine unverzügliche und offene Information bis zum Verbraucher vereinbart. Diese Transparenz sei für Demeter exemplarisch, heißt es in einer Presseerklärung.

 

Aus der Naturkostbranche wurde dennoch massive Kritik laut: Bodan-Geschäftsführer Michael Beer wandte sich in einem offenen Brief an Demeter-Vorstand Stephan Illi und forderte, die Ausnahmeregelung zurückzunehmen. Illi verteidigt die Maßnahme hingegen als Entscheidung der hohen Verantwortlichkeit für die Marke Demeter und Sicherung der Zukunftsfähigkeit für bio-dynamische Qualität im Bio-Markt. Um langfristig und dauerhaft Demeter-Produkte in den Regalen des Fachhandels präsentieren zu können, müsste gemeinsam verhindert werden, dass Demeter-Lebensmittel durch Bio-Produkte ersetzt werden. „Der bio-dynamische Impuls ist viel zu wichtig für Mensch und Erde. Wir können es nicht verantworten die notwendige Ausweitung durch Produkt-Auslistung und Kündigungen von Bäckern zu gefährden.“

 

Nationale Verbandsgremien, der Aufsichtsrat des Demeter e. V. und Demeter International haben sich mit der Mangelsituation befasst, die Option Ausnahmegenehmigung für Getreide intensiv beraten und letztlich befürwortet. Jede Genehmigung muss im Einzelfall geprüft werden. Sie wird nur erteilt, wenn kein bio-dynamisches Getreide verfügbar ist. Für das beizumischende Bio-Getreide wird eine ausführliche Pestizid-Analyse gefordert. Der Hersteller verpflichtet sich, über die Beimischung von Bio-Getreide Handel und Verbraucher zu informieren.

 

Die Demeter-Richtlinien lassen auch bisher als Ausnahme bis zu 33 % Bio-Zutaten zu, wenn Demeter-Zutaten nachweislich nicht verfügbar sind. Entsprechende Situationen gab es durch Mangel an bestimmten Rohstoffen immer wieder - zum Beispiel bei Gebäck, so lange es noch keinen oder nicht genügend Demeter-Zucker gab. Durch die Ausnahmegenehmigung konnte ein Markt aufgebaut und der Anbau von bio-dynamischem Zuckerrohr gefördert werden, erklärt der Demeter-Verband.

 

Schließlich appellieren Stephan Illi und Christoph Simpfendörfer, Vorsitzender des Aufsichtsrates, an die Partner: „Der Bio-Markt braucht jetzt die Solidarität aller Partner, um diese sorgfältig abgewogene Entscheidung angemessen zu kommunizieren, Vertrauen zu erhalten, Verständnis zu wecken und die Marke Demeter zu schützen. Darum bitten wir – und dafür danken wir.

 

 

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