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Auftakt der Aktion Bantam-Mais – frisch, frech, fruchtbar, frei

von Redaktion (Kommentare: 0)


Die „Interessengemeinschaft für gentechnikfreie Saatgutarbeit“ und „Save our Seeds“ startete am 12. Januar 2006 die Aktion Bantam-Mais. Bundesweit soll in diesem Frühjahr an 100.000 Orten gentechnikfreier Süßmais gesät werden - für gentechnikfreie Landwirtschaft, Saatguterzeugung und Kulturpflanzenvielfalt. Sie bietet allen Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit, sich praktisch für eine gentechnikfreie Nachbarschaft und Region einzusetzen und dies mit einem einmaligen Geschmackserlebnis zu verbinden, sofern sie einen Garten oder sonnigen Balkon haben.

 

In diesem Jahr ist mit einer Anbau-Offensive des Gentechnik-Mais „Mon 810“ der Firma Monsanto zu rechnen. Das Bundessortenamt hat auf Veranlassung von Horst Seehofer erstmals Gentech-Sorten für den gewerblichen Anbau zugelassen. Der neue Landwirtschaftsminister vertritt offensiv die Vereinbarung der Regierungskoalition,
den Anbau gentechnisch veränderter Organismen (GVO) zu fördern, und will das Gentechnikgesetz entsprechend neu gestalten.

 

Der Pollen von gentechnisch verändertem Mais befruchtet benachbarte gentechnikfreie Kulturen. Wind und Insekten können ihn hunderte Meter, zuweilen Kilometer weit tragen. Bauern und Gärtnerinnen stehen vor der Frage, wie sie ihre Maispflanzen vor solchen gentechnischen Verunreinigungen schützen können. Bisher ist vollkommen unklar, welche Rechte und Pflichten sie in der Praxis haben. Das Gentechnikgesetz regelt lediglich
die Haftung für eng begrenzte wirtschaftliche Schadensfälle, wenn ein Grenzwert (bei Lebens-und Futtermitteln maximal 0,9%) für „zufällige und technisch nicht vermeidbare“ Verunreinigungen überschritten wird. Auch diese Haftung soll gelockert werden. Was bedeutet dies für Gemüsemais, der kolbenweise von Menschen verzehrt und nicht tonnenweise an Tiere verfüttert wird?

 

Noch schwieriger ist die Lage bei der Saatgutvermehrung und -zucht. Saatgut darf nach geltendem Recht aus gutem Grunde gar keine gentechnischen Verunreinigungen aufweisen, die sich in der nächsten Generation vermehren und ausbreiten könnten. Bedeutet dies in der Praxis, dass im Umkreis von Gentechnik-Feldern die freie Vermehrung und Zucht von Saatgut nicht mehr möglich ist? Wer trägt die Kosten der Vermeidung und Kontrolle?

 

Um diese und weitere Fragen zu klären, will die Aktion Bantam-Mais bis April möglichst viele Menschen für den Anbau und die Saatgutvermehrung von „Golden Bantam“ gewinnen. Im Gegensatz zu gängigen Hybrid-Sorten, die für den Wiederanbau nicht taugen, ist er eine samenfeste Sorte, deren Körner als Saatgut dienen können.

 

Wer Mais anbaut, kann beim Bundesamt für Verbraucherschutz genaue Auskunft über benachbarte Gentechnik-Standorte einfordern und den Schutz seines Bestandes verlangen. Gemeinsam, hoffen die Initiatorinnen und das breite Spektrum ihrer Unterstützer, lässt sich das Recht auf freien Anbau und Saatgutvermehrung besser durchsetzen.

 

Mitgliedern des „Golden Bantam Club“ winkt neben unmittelbarer Beteiligung am Streit um den Schutz gentechnikfreier Landwirtschaft und Gärtnerei eine einzigartige geschmackliche Belohnung: Die Traditionssorte „Golden Bantam“ hat eine seit hundert Jahren unübertroffene natürliche Süße. Dazu muss sie freilich ganz frisch, möglichst aus eigenem Anbau genossen werden. Das Saatgut von „Golden Bantam“ kann weitergegeben werden und die Gemeinde seiner Genießer im kommenden Jahr weiter wachsen.

 

Weitere Informationen:

 

Siegrid Herbst, Interessengemeinschaft für gentechnikfreie Saatgutarbeit: Tel.: 0511-1317305, Mobil: 0176-24150016, info@ig-saatgut.de

Benedikt Haerlin, „Save our Seeds“: 0173-9997555

 

Hintergrundinformationen und Saatgut-Bestellungen unter www.bantam-mais.de

www.saveourseeds.org

www.gentechnikfreie-saat.de


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