Anzeige

organic-market.info | Mediadaten | Impressum | Datenschutz

AoeL-Bericht zur Situation der Hersteller ökologischer Lebensmittel 2005

von Redaktion (Kommentare: 0)


Die Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller e. V. (AoeL) gibt ihren zweiten Lagebericht zur Situation der Hersteller ökologischer Lebensmittel heraus. Bereits mit ihrem ersten Bericht 2004 erregte sie großes Interesse und viel Aufmerksamkeit in der Branchenöffentlichkeit.

Mit ihren jährlichen Berichten will die AoeL sowohl auf die Situation der Hersteller als auch auf bestimmte Entwicklungen aufmerksam machen. Sie gibt politische Statements ab und regt die Branche an, über bestimmte Sachverhalte nachzudenken. Der Bericht ist eine Standortbestimmung für die Verarbeitungsunternehmen der Branche für ökologische Lebensmittel. In diesem zweiten Situationsbericht nimmt die AoeL zu einzelnen Punkten ausführlich Stellung und fordert in den angesprochenen Bereichen konkrete Maßnahmen für die Weiterentwicklung des Marktes. Die AoeL ist innerhalb von zwei Jahren auf 50 Verarbeitungsunternehmen mit fast einer Milliarde Euro Bio-Umsatz angewachsen. Für das Jahr 2005 wurden fünf Punkte thematisiert.

1. Schlüsseltechnologie Öko-Lebensmittel (Marktentwicklung/Arbeitsplätze)

Die Branche der Öko-Lebensmittel bietet mit ihren integrierten Maßnahmen die Schlüsseltechnologie in der Lebensmittelwirtschaft. Sie schafft durch ihre Innovationskraft und ihre nachhaltigen Konzepte eine hohe Verbraucherakzeptanz, starkes selbsttragendes Wachstum, hohe Wertschöpfung, verbunden mit der Schaffung von erheblichen Arbeitsplätzen und Verbesserung der Lebensbedingungen. Diese Tatsachen müssen von Wirtschaftspolitikern endlich entsprechend anerkannt werden. Forschungsmittel müssen gleichmäßiger den verschiedenen Entwicklungsansätzen zur Verfügung gestellt werden. Die Wirtschaft muss die Potenziale der ökologischen Lebensmittelwirtschaft für die Wirtschaft und Gesellschaft erkennen und diese entsprechend unterstützen. (Bild: Die AoeL-Vorstandsmitglieder Tegut-Chef Wolfgang Gutberlet links, Karl Schweisfurth - Herrmannsdorfer Landwerkstätten - Mitte, Alexander Beck - AOEL-Koordinator rechts)

2. Kommunikation "Gesundheit"

Gesundheit ist beim Verbraucher ein vielfältig belegter Begriff. Öko-Lebensmittel werden stark mit Gesundheitsbezügen assoziiert. Die heute gepflegten Gesundheitsbegriffe sind jedoch oft nicht kompatibel mit dem Gesundheitsbegriff der Bio-Branche. Damit der Verbraucher das Leistungsspektrum dieser Lebensmittel auch zukünftig richtig versteht, ist es notwendig, dass die Kommunikationsmaßnahmen der Branche klar ausgerichtet werden. Die Wertigkeit der Öko-Lebensmittel soll gepflegt und weiterentwickelt werden. Die AoeL-Mitglieder streben hier gemeinsame Anstrengungen an und wollen ihre Aktivitäten bündeln.

3. Der EU-Aktionsplan

Der Aktionsplan der Eu stellt weitgehende Erneuerungen in Aussicht. Wichtig ist es der AoeL, dass es gelingt, den Aktionsplan mit Geldern auszustatten, um einen Teil der geplanten Maßnahmen vorantreiben zu können. Die stärkere Prinzipienorientierung der EU-VO 2092/91 erscheint als eine Chance, die ausführlich diskutiert und bewusst gestaltet werden muss. Die AoeL fordert u.a. die Schaffung eines attraktiven und starken EU-Bio-Logos sowie die Entwicklung der Aus- und Weiterbildung von Fachkräften.

4. GVO bleibt weiter ein Thema

Die Branche muss die Koexistenzdebatte, die nun auf europäischer Ebene weitergeführt wird, intensivst begleiten. Die Auslegung der Behörden in Bezug auf zwei Zertifizierungslevels ist praktisch nicht umsetzbar und inhaltlich unakzeptabel. Der Schwerpunkt sollte auf eine stringente und konsistente Vermeidungsstrategie gelegt werden. Stellt sich dann heraus, dass eine Kontamination für den Erzeuger oder Verarbeiter unvermeidbar ist, darf im Sinne der Prozessorientierung der EU-Bio-Verordnung dieser Ware nicht der Ökostatus aberkannt werden.

5. Forschung für die Öko-Verarbeitung

Von 298 genehmigten und durchgeführten Forschungs- und Entwicklungsprojekten haben sich nur sieben mit Fragen der Verarbeitung befasst. Hier ist dringender Nachholbedarf. Ein Institut für angepasste Verarbeitungstechnologie für ökologische Lebensmittel muss gegründet werden. Gleichzeitig könnte ein solches Institut die Ausbildung von dringend benötigten Spezialisten für die Öko-Verarbeitung garantieren.
(08.04.05)

Zurück

Uns interessiert Ihre Meinung. Schreiben Sie hier Ihren Kommentar zum Thema!



Jetzt teilen

Anmeldung
Newsletter

Anzeige

Anzeige