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Alnatura startet Kampagne für faire Milchpreise

von Redaktion (Kommentare: 0)


Ab 1. September 2006 wird die Alnatura Frischmilch 10 Cent mehr kosten. Die Upländer Bauernmolkerei, Kooperationspartner für die Initiative „Faire Preise für die Bio-Milchbauern“ und Lieferant der Alnatura-Milch, gibt 5 Cent davon direkt an die 95 Betriebe weiter (+ 15 %). Dadurch steigt der Auszahlbetrag auf annähernd 40 Cent pro Liter. Dies ist der Betrag, auf den Bio-Milchbauern angewiesen sind, um kostendeckend wirtschaften zu können.

 

Die sinkenden Milchpreise sind seit langem eine brisantes Thema. Während die Nachfrage nach Bio-Milch rasant steigt – im 1. Halbjahr 2006 waren es, forciert durch den Einstieg der Discounter Lidl und Aldi 32 % - verbessert sich die Situation für die Milchbauern nicht. Alnatura-Chef Götz Rehn betonte auf einer Pressekonferenz in Frankfurt: „Die erhöhte Nachfrage hilft den Bauern nicht. Weder die Preise steigen, noch stellen mehr Betriebe auf Öko-Landbau um, da die Anreize fehlen.“ Bio- Milch werde mittlerweile aus dem Ausland bezogen, weil deutsche Bio-Milch knapp sei. „Die Situation ist dramatisch, die Bio-Bauern müssen sich teilweise mit Stundenlöhnen von 1,50 Euro zufrieden geben“, schilderte Josef Jacobi, die Situation. Der Bio-Bauer und Aufsichtsratsvorsitzender der Upländer Bauernmolkerei (Willingen-Usseln) erklärte: „Nun wollen wir mit der Kampagne an mündige Verbraucher appellieren“.

 

Die Upländer Molkerei hat im vergangenen Jahr 3,2 Mio. Liter Frischmilch der Marke Alnatura abgefüllt. Für 2006 und 2007 rechnet das Unternehmen mit einer weiteren Steigerung der Absatzzahlen. Die Tüten stehen nicht nur in den 25 Alnatura-Filialen, sondern auch in 302 Tegut-Märkten und 104 Filialen von Budnikowsky im Raum Hamburg. Durch die Preiserhöhung kämen den Bauern pro Jahr bei gleich bleibender Liefermenge 160.000 Euro mehr zugute, rechnete Rehn vor und schlüsselte die Kosten auf, die im Milchpreis enthalten sind. Zum Erzeugerpreis von 0,40 € kommen Kosten der Molkerei von ca. 0,25 €, Frachtkosten von 0,18 € und Mehrwertsteuer von 0,08 €. Der Handel verdiene nur 10 Cent, was keine angemessene Spanne sei. Doch geht es den Kooperationspartnern darum, „ein Signal gegen die aktuellen Milch-Dumpingpreise zu setzen und deutlich zu machen, dass Milch ein im Wortsinne wertvolles Lebensmittel ist.“ Jacobi (Bild) berichtete in diesem Zusammenhang von einer aktuellen Greenpeace-Studie, die belegt, dass Bio-Milch gesünder ist und im Vergleich zu konventioneller Milch dreimal so viele Omega-3-Fettsäuren enthält. In der Studie war auch die Upländer-Milch untersucht worden. 
  
Zuversichtlich gaben sich Jacobi und Rehn (Bild), was die Preisakzeptanz der Verbraucher betrifft:
„Wir sind überzeugt, dass die Kunden bereit sind, einen höheren Preis für Bio-Milch zu zahlen, denn sie können sicher sein, ein gesundes Lebensmittel aus artgerechter Tierhaltung zu bekommen." Kommuniziert werden den Kunden auch der Beitrag zur Existenzsicherung von Bio-Höfen und die Sicherung der heimischen Landwirtschaft. Die Tetrapacks mit dem roten Giebel werden am PoS begleitet von Flyern. Die Pressekonferenz, bei der auch RTL und das HR-Fernsehen zugegen waren, sowie Beiträge in der Alnatura-Kundenzeitschrift und ein Gewinnspiel flankieren die Einführung der höherpreisigen fairen Milch.

 

Die Upländer Bauernmolkerei wurde 1996 gegründet und ist ein genossenschaftlich organisierter Zusammenschluss von 95 Bio-Bauern. Jährlich 17 Millionen Liter Bio-Milch werden an die Molkerei geliefert, verarbeitet und vermarktet.


 

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