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Aktuelles Ökobarometer: Mehr Bio für die Kids - EMNID-Umfrage im Auftrag des Bundesverbraucherministeriums

von Redaktion (Kommentare: 0)


Die Ernährung der Kinder liegt den Deutschen am Herzen: 91 Prozent halten nach eigenen Angaben Biolebensmittel bei der Ernährung von Kindern für wichtig. Das hat das aktuelle Ökobarometer ergeben, eine repräsentative EMNID-Umfrage, die Mitte März zum vierten Mal im Auftrag des Bundesverbraucherministeriums durchgeführt wurde.
Bei jedem Ökobarometer wird den Verbrauchern neben einer aktuellen Frage eine Reihe von gleich bleibenden Fragen gestellt, so dass Trends und Entwicklungen abzulesen sind. Insgesamt zeichnet sich eine positive Tendenz bei der Einstellung der Verbraucher zu Biolebensmitteln ab, die seit der ersten Befragung im November 2002 anhält.

Die wichtigsten aktuellen Ergebnisse in Kürze:

• Bei der Ernährung von Kindern gehören Biolebensmittel einfach dazu, finden 91 Prozent der Befragten.
• Gentechnikfreiheit von Lebensmitteln gewinnt als Kaufkriterium an Bedeutung, vor allem bei Frauen.
• Um ganze sechs Prozent gesunken ist die Zahl derjenigen, die den Preis für den hauptsächlichen Hinderungsgrund beim Kauf von Biolebensmitteln halten.

Das soll auf den Kinderteller:

Die Gesundheit der Kinder erachtet die große Mehrheit der Deutschen offenbar als essentiell. 58 Prozent finden, dass Biolebensmittel bei der Ernährung der Kinder sehr wichtig ist, 33 Prozent halten sie für wichtig. Nur eine kleine Minderheit von 8 Prozent glaubt, dass Biolebensmittel nicht so wichtig sind.

Das ist den Verbrauchern beim Lebensmitteleinkauf wichtig:

Aktuelle Ereignisse haben einen großen Einfluss auf die Einstellung der Konsumenten zu Lebensmitteln. Hatten Mitte vergangenen Jahres vermutlich aufgrund der BSE-Krise noch 58 Prozent den Verzicht von vorbeugender Behandlung durch Antibiotika bei Tieren eine hohe Bedeutung beigemessen, legen mittlerweile nur noch 50 Prozent darauf großen Wert. Den Ausschluss von Gentechnik bei der Lebensmittelherstellung dagegen, geben nun 40 Prozent als Kaufkriterium an, das ist im Vergleich zum August 2003 ein deutliches Plus von sechs Prozent. Frauen sind die größeren Skeptiker gegenüber der Gentechnik: 47 Prozent ist es sehr wichtig, dass keine Gentechnik verwendet wird, bei den Männern sind es 32 Prozent.

Die wichtigsten Kriterien beim Einkauf von Lebensmitteln sind nach Einschätzung der Verbraucher die artgerechte Tierhaltung und der Gesundheitsaspekt (beide 53 Prozent). Ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis ist mit 51 Prozent immer noch für mehr als die Hälfte der Konsumenten relevant, das sind im Vergleich zum August 2003 zwei Prozentpunkte weniger. Fast unverändert sind auf der Bewertungsskala die Merkmale "Frische und Reife", und "Guter Geschmack", die für jeweils die Hälfte der Verbraucher beim Kauf von Lebensmitteln wichtig sind.

Dass die Lebensmittel aus ökologischem Landbau stammen, ist für 15 Prozent (minus ein Prozent) entscheidend. Damit rangiert dieses Kriterium auf Platz 14. Auffallend ist jedoch, dass die wesentlichen Aspekte des ökologischen Landbaus "Naturbelassenheit", "Verzicht auf vorbeugende Antibiotikabehandlung von Tieren", auf "chemisch-synthetische Unkrautbekämpfungsmittel" und "Ausschluss von Gentechnik" einen sehr hohen und tendenziell steigenden Stellenwert haben.

So wichtig ist den Verbrauchern Bioqualität:

Stabil mit leicht positiver Tendenz - so zeigen sich seit Beginn der Ökobarometer-Befragungen die Kaufentscheidungen deutscher Verbraucher im Biobereich: Der "harte Kern", diejenigen, die sich ausschließlich von Bioprodukten ernähren, ist um ein Prozent auf drei Prozent gestiegen. Auch die Gruppe der gelegentlichen Bio-Käufer ist leicht gewachsen und liegt nun bei 60 Prozent (August 2003: 59 Prozent). Kein Kaufinteresse an Bio haben unverändert 17 Prozent der Verbraucher.

So blicken die Verbraucher in die Zukunft:

Auch mittelfristig rechnen die Verbraucher mit einer weiteren Zunahme ihres Bio-Konsums. 28 Prozent und damit vier Prozent mehr als im August 2003 gehen davon aus, dass sie in den kommenden zwölf Monaten mehr Biolebensmittel kaufen werden. Die Gruppe derer, die von einem gleich bleibenden Konsum ausgehen, verringert sich um vier auf 64 Prozent. Nur noch fünf Prozent (minus ein Prozent) glauben, dass sie im kommenden Jahr weniger Bio kaufen. Bei einer Betrachtung der weiteren Zukunft zeichnet sich ein uneinheitliches Bild ab: 42 Prozent werden nach eigener Einschätzung verstärkt zu Biolebensmitteln greifen, das sind zwei Prozent mehr als vergangenen August. Die Gruppe der Befragten, die von einem geringeren Konsum ausgehen, hat allerdings ebenfalls zugenommen: Sieben Prozent (plus zwei Prozent) sind der Meinung, sie werden in der weiteren Zukunft weniger Bio kaufen. Der Anteil der gleich bleibend Konsumierenden sinkt um fünf Prozentpunkte auf 47 Prozent.

Das motiviert oder demotiviert die Verbraucher:

Biolebensmittel werden von den Verbrauchern weiterhin aus Gründen der Gesundheit, der Sicherheit und der Naturbelassenheit geschätzt. Während der Gesundheitsaspekt mit gleich bleibenden 28 Prozent Spitzenreiter auf der Motivationsskala ist, verliert der Sicherheitsaspekt marginal (minus ein Prozentpunkt) und rutscht damit auf Rang zwei zurück (27 %). Die Naturbelassenheit von Biolebensmitteln sehen weiterhin 24 % und damit fast jeder Vierte als motivierendes Kaufargument. Auf Platz vier liegt mit 18 % (plus ein Prozentpunkt) ein positiv bewertetes Preis-Leistungs-Verhältnis. Der gute Geschmack kann für 15 Prozent ein Grund zum Kauf von Biolebensmitteln sein. Die regionale Herkunft hat in den vergangenen Monaten kontinuierlich an Bedeutung gewonnen. Anscheinend entscheiden sich immer mehr Konsumenten bewusst für Ware aus heimischen Anbaugebieten. Seit August konnte dieser Motivationsgrund noch einmal zwei Prozentpunkte aufholen und liegt nun bei zwölf Prozent.

Haupthinderungsgrund, Biolebensmittel zu kaufen, ist für 54 Prozent der Deutschen immer noch ein als zu hoch angesehener Preis. Sehr auffällig ist jedoch, dass zum ersten Mal seit Beginn des Ökobarometers dieser Aspekt deutlich an Relevanz verloren hat: Im Vergleich zum August 2003 halten sechs Prozent der Befragten weniger den Preis für den hauptsächlichen Hinderungsgrund, Biolebensmittel zu kaufen. Zweifel an der Echtheit von Bioprodukten, also daran, "ob Bio drin ist wo Bio drauf steht", geben 19 Prozent (plus drei Prozentpunkte) als Hinderungsgrund an. Unverändert 13 Prozent finden, dass Biolebensmittel schwer zu bekommen seien.

Fazit: Betrachtet man den gesamten Befragungszeitraum seit der Erstellung des ersten Ökobarometers im November 2002, so ist festzustellen, dass Bio keine kurzfristige "Modeerscheinung" ist. Vielmehr ist das Ansehen von Biolebensmitteln bei den Verbrauchern unverändert hoch. Ganz besonders bei der Ernährung der Kinder finden die Deutschen, dass Biolebensmittel einen sehr wichtigen Beitrag leisten. Darüber hinaus reagieren die Verbraucher sensibel auf aktuelle Ereignisse wie die derzeitige Debatte um den Einsatz von Gentechnik. Es bleibt abzuwarten, ob sich der Wunsch nach gentechnikfreien Lebensmitteln künftig in einem Absatzplus im Segment Biolebensmittel niederschlagen wird, bei deren Herstellung gänzlich auf Gentechnik verzichtet wird.

Diese Verbraucherbefragung wurde auf Initiative des Bundesverbraucherministeriums im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau vom EMNID-Institut durchgeführt. (04.06.04)

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