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Aktive Schritte für ökologische Züchtung angesagt

von Redaktion (Kommentare: 0)


Wo Gentechnik drin ist, muss es auch draufstehen. Für Lebensmittel ist das ab 18. April EU-weit geregelt. Für Saatgut steht die Regel noch aus. "Ich setze mich in Brüssel für die Reinheit des Saatgutes ein, damit die Wahlfreiheit der Landwirte und Verbraucher auch künftig gesichert wird", sagte Renate Künast (Bild), Bundesministerin für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaftwährend einer Gemeinschaftsveranstaltung von agravivendi und IFOAM zum Thema Saatgut und Gentechnik auf der BioFach. Gleichzeitig ermunterte sie Öko-Handel und -Produktion, das Thema ökologische Züchtung besser zu kommunizieren.

Das BMVEL fördert allein im Bundesprogramm ökologischer Landbau (BÖL) 30 Projekte zur ökologischen Züchtung mit einem Gesamtvolumen von ca. 3,1 Mio Euro. Doch nur wenn alle an einem Strang ziehen: Produzenten, Händler, Verbraucher und das BMVEL. Nur wenn der Handel endlich flächendeckend - auch in Zuliefer-Ländern den Einsatz von Bio-Saatgut fordere, entstehe die nötige Sogwirkung.

Für die internationale Initiative "Save our Seeds" begrüßte Benedikt Haerlin die Haltung der Ministerin, warnte jedoch: "Nur wenn die Bundesregierung als Ganzes ein Reinheitsgebot für Saatgut vertritt, können wir das in Brüssel auch durchsetzen".

"Der Öko-Landbau, der auf chemische Hilfsmittel verzichtet, braucht Pflanzen, die mit Krankheiten und Stress selbst zurecht kommen", erklärte Dr. Edtih Lammerts van Bueren vom Louis-Bolk-Institut in den Niederlanden. Öko-Züchtung fokussiere auf drei Qualitäts-Aspekte: Ökologie, Ethik und Ernährungsqualität.

"Im Saatgut drückt sich der kulturelle Teil der Landwirtschaft aus", erklärt Bernward Geier, IFOAM. Der freie Zugang zum Saatgut sei eine der Hauptvoraussetzungen für die weltweite Ernährungssicherung.

"Der große Fortschritt der Agrogentechnik besteht darin, dass er konventionelle und Öko-Bauern vereint", freut sich Georg Janssen, Bundesgeschäftsführer der ABL (Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft). Er berichtet von Tausenden von Landwirten, die entscheiden, dass Gentech-Saatgut nicht auf ihre Äcker kommt. Das sei der richtige Weg, betonte auch Victor Gonzalves von SEAO (Spanish Society for Organic Farming) aus Spanien. Er berichtet von drei spanischen Bio-Bauern, die ihren Mais und ihr Soja durch gentechnische Verunreinigungen nicht mehr als "Öko" verkaufen konnten und ihren Markt verloren haben.

"Die meisten Verbraucher wollen keine Gentechnik auf ihrem Teller. Hier muss der Öko-Landbau in ganz Europa eine konsequente Alternative anbieten und auch über Bio-Saatgut und Öko-Züchtung die Eigenständigkeit ausbauen", betonte Friedrich-Wilhelm Graefe zu Baringdorf, Vizevorsitzender des Agrarausschusses im EU-Parlament. (05.03.2004)

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